
Zum zweiten Mal fanden heuer auf Initiative des Arbeitskreises „Klima und Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks die Salzburger Aktionstage
„Aufbruch! Für ein gutes Leben für alle“ statt. 20 Veranstaltungen zu vielfältigen Themen in unterschiedlichen Formaten mit knapp 1300 Teilnehmenden gab es vom 22.-26. April 2026. Weitere sieben Veranstaltungen fanden im Vorprogramm mit 450 Teilnehmenden statt, allein 300 davon waren bei zwei Vorträgen der Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb mit dabei.
Die behandelten Themen reichten von der Bedeutung der Artenvielfalt für Salzburg, einem wirksamen Klimaschutz sowie einer intakten Qualität unserer Böden über eine Energie- und Mobilitätswende bis hin zur Bedeutung von sozialem Engagement. Neben Vorträgen und Workshops bereicherten Exkursionen, Aktionen im Öffentlichen Raum sowie eine Fahrraddemo das vielfältige Programm.
Im Folgenden findet ihr Kurzberichte, Fotos und vertiefende Links.
Von Klimapolitik bis Tierschutz – umfangreiches Vorprogramm

Der Vorprogramm wurde eröffnet mit zwei Vorträgen der Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb zu Klima_Zukunft. Für Pessimismus ist es zu spät, wir sind Teil der Lösung, organisiert von den Bildungswerken Adnet und Seekirchen jeweils mit Partnerorganisationen. Mehr gibt es im ausführlichen Bericht „Damit das Notwendige möglich wird“ sowie in der Aufzeichnung des Vortrags in der kunstbox Seekirchen. Foto: Leo Fellinger, kunstbox

Der Verein gegen Tierfabriken war mit Vorträgen und Workshops zum Thema Tierrechte und Aktivismus beteiligt. Hier gibt es einen kurzen Bericht. Foto: VGT.
Der Arbeitskreis Umwelt –Pfarre Elixhausen veranstaltete gemeinsam mit dem Salzburger Bildungswerk Elixhausen einen Vortrag zum Thema Saubere Natur – leicht gemacht!, in dem es um die Problematik des Mülls in der Natur ging. Es referierte Renate Steinacher von der Gruppe „es tut nicht weh“. Nach dem Vortrag gingen die Teilnehmenden über zu einer gemeinsamen Müllsammelaktion in der näheren Umgebung.

Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen war mit einem Vortrag zum Thema Macht der Klimawandel krank? am Vorprogramm beteiligt. Willi Haas vom Institut für Soziale Ökologie der Universität für Bodenkultur zeigte die vielen Aspekte des Zusammenhanges zwischen Klima und Gesundheit auf. Er griff dabei genauso zurück auf Erkenntnisse aus der Geschichte wie aus der aktuellen Forschung. Die Teilnehmenden haben zum Beispiel mehr erfahren über direkte Effekte wie neu zuwandernde Allergieauslöser, intensive Hitzewellen und erhöhte Risiken durch Infektionserkrankungen. Der gesellschaftliche Handlungsspielraum wäre groß, um diesen aber zu nützen braucht es ein Umdenken im Gesundheitssystem. In Zeiten von Polykrisen wird es umso wichtiger, dass Gesundheit für alle in allen Politikbereichen von der Mobilität, der gebauten Umwelt, dem Grünraum bis zur Ernährung gefördert wird. Haas machte aber zugleich deutlich, dass Klimaschutz und Gesundheitsprävention zusammengehen können – etwa durch eine weniger fleischzentrierte Ernährung, die für uns gesünder ist und zugleich dem Klimaschutz dient. Ein anderes Beispiel wären fußgänger- radfahrerfreundliche Städte. Der Fachbegriff hierfür lautet „Co-Benefits“. Hier gibt es ein Videogespräch mit dem Experten. Eine Kooperation mit Salzburg 2050. Foto: JBZ
In einer Exkursion zur EZA Fairer Handel Nachhaltig Wirtschaften: Fairer Handel konkret mit Südwind Salzburg in Kooperation mit Kirchlichen und der Pädagogischen Hochschule Salzburg informierten sich Lehrer:innen über die Hintergründe und Motive des Fairen Handels.


In der Buchpräsentation Auf Entdeckungsreise in die Tier-, Pflanzen- und Pilzwelt des Salzachseegebietes des Naturschutzbundes Salzburg gemeinsam mit dem Salzburger Bildungswerk wurden die Besuchenden in die nach wie große Artenvielfalt des Naherholungsgebietes der Salzachseen im Norden der Stadt eingeführt. Der Pädagoge und Naturfotograph Wolfgang Schruf gab faszinierende Einblicke in seinen Bildband über die Salzachseen. Fotos: Hans Holzinger
20 Veranstaltungen im Hauptprogramm der Aktionstage

Die Aktionstage selbst wurden eröffnet mit der Ausstellung Social Street Labs sowie mit einschlägigen Workshops zum Thema „Öffentliche Räume“ von „Co-CreART. Co-Creating Change!“, einem Projekt der Universität Mozarteum in Kooperation mit der Interuniversitären Einrichtung Wissenschaft und Kunst sowie der Fachhochschule Salzburg. In der Ausstellung setzten sich u. a. Jugendliche sowie Bewohner:innen der Lebenshilfe Salzburg mit der Frage auseinander, wie öffentliche Räume mit Aufenthaltsqualität gestaltet werden sollen. In der Eröffnungsveranstaltung gaben die mitwirkenden Lehrenden Einblicke in die durchgeführten Projekte. Schüler:innen einer Salzburger Mittelschule bereicherten den Abend mit einer Performance zur Aneignung der Straßen durch die Menschen. Foto: Holzinger

Um ein anderes Thema des öffentlichen Raumes ging es in einer Information des Vereins gegen Tierfabriken, nämlich um ein Zuhause für Salzburgs Stadttauben. Die Initiative setzt sich für die Errichtung von Taubenschlägen und Fütterungsplätzen nach dem Augsburger Modell in der Stadt Salzburg ein – ein Projekt, das mittlerweile in Planung ist. Rund 30 Salzburger:innen versammelten sich vor dem Schloss Mirabell, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch die Salzburger Stadttauben ein Recht auf ein gutes Leben haben. Bei der in Kooperation mit dem Verein ARGE Stadttauben Salzburg abgehaltenen Mahnwache informierte Hans Lutsch, Taubenexperte und Obmann der ARGE Stadttauben Salzburg Passant:innen über den Überlebenskampf der Stadttauben, die in Salzburg aufgrund eines strikten Fütterungsverbotes an Hunger und Mangelernährung leiden. Mit Schildern und Plakaten forderten die Kundgebungsteilnehmer:innen, die den Tauben ihre Stimme liehen, Fütterungsplätze, die rasche Umsetzung der versprochenen Taubenschläge und einen respektvollen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen. Hier gbt es einen Kurzbericht.
In Seekirchen fanden gleich zwei Veranstaltungen statt.

Auf Einladung des Salzburger Bildungswerks Seekirchen stellten unter dem Motto Engagement (be)lebt acht örtliche Vereine ihre Aktivitäten für soziales und ökologisches Engagement vor. Der Abend diente der Vernetzung sowie der Gewinnung neuer Ehrenamtlicher. Mit dabei waren der Dauerflohmarkt der kfb-Seekirchen, die Erneuerbare Energiegemeinschaft Seenland, die FAIRTRADE-Gruppe Seekirchen, die Flachgauer Tafel, der Verein Gambia Sponsoring, der Obst- und Gartenbauverein, der Soziale Hilfsdienst, die Stadtbibliothek Seekirchen und der Verein Zeitpolster. In der anschließenden Diskussion meldeten sich mit dem Turnverein Seekirchen sowie dem Sommersportverein Seekirchen zwei weitere Initiativen zu Wort. Passend zum Thema wurde auch das neue Abfallvermeidungskonzept Seekirchen vorgestellt, an dem einige der präsentierten Vereine mitwirken. Hier gibt es Highlights aus der Veranstaltung sowie die präsentierten Folien. Foto: Holzinger

In einem Vortrag unter dem Motto Streitpunkt Elektromobilität mit Leo Fellinger vom Verein LoveElectric in der kunstbox Seekirchen konnten sich die Besuchenden über E-Mobilität und ihre Auswirkungen auf den Klimaschutz informieren. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Thema Mythen und Falschmeldungen geschenkt, gefolgt von den Beispielen zur Verkehrsberuhigung in europäischen Hauptstädten. Die angeregte Diskussion nahm letztendlich mehr Raum und Zeit ein als die Präsentation des Vortragenden selbst und wurde zu einem konstruktiven Austausch von persönlichen Erfahrungen der Besucher:innen. Foto: kunstbox

Wir wandern zurück in die Stadt Salzburg. Die Unterwerfung der Natur und andere Krisen lautete der Titel einer Veranstaltung des ifz – Internationales Forschungszentrum in der Salzburger Altstadt, das zu einem Buchfrühstück eingeladen hatte. Die Frage, woher die Menschheit ihre Obsession nimmt, die Natur unterwerfen zu müssen und warum wir sehenden Auges unseren Planeten in den Abgrund stürzen, war Thema mit Birgit Bahtic-Kunrath, Andrea Niederfriniger, an dem ich ebenfalls teilnehmen durfte. Bei gemeinsamen Kaffee und Croissants sprachen wir über die Bücher „Das Ministerium für die Zukunft“ von Kim Stanley Robinson, „Arson“ von Laura Freudenthaler und „Die Unterwerfung“ von Philipp Blom. Hier gibt es einen Kurzbericht. Foto: ifz/Niederfriniger
Nachhaltiges Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen

Ein besonderes Ambiente bot ein DomeTalk der Gemeinwohl-Ökonomie Salzburg zum Thema Gemeinwohl statt Wachstum als Wirtschaftsziel.
In einer eigens aufgebauten Holzkuppel diskutierten Hans Holzinger, Autor des Buches „Wirtschaftswende“, Josef Hörmandinger von der IG Demokratie, Heimo Breuer, Landessprecher der CSR-Expertsgroup der WKS sowie Gemeinwohl-Ökonomie-Beraterin Sabine Lehner mit dem Publikum über Fragen eines nachhaltigen Wirtschaften, den Grenzen und Fallstricken des Wachstums sowie ein verantwortungsvolles Unternehmertum und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen bzw. Regeln. Ein Tenor der Debatten war, dass es „die“ Wirtschaft nicht gibt, sondern viele Klein- und Mittelbetriebe, denen Großkonzerne, meist Aktiengesellschaften mit hohen Renditeerwartungen, gegenüberstehen. Als Beispiele für neue Monopole wurden etwa die Datenkonzerne genannt, die derzeit Milliardengewinne machen und immer stärker die Politik (in den USA) bestimmen. Eine politische Regulierung sei daher unumgänglich. Moderiert wurde der DomeTalk von Florian Wagner, dem Initiator des DomeTalk-Projekts und Vorstand der IG EuroVision in Österreich.

Nach dem DomeTalk lud die Gemeinwohlökonomie Regionalgruppe Salzburg in DAS KINO zum Film Purpose – A Wellbeing Economy. Gezeigt wird darin der Aufbau einer Initiative, die der Ausrichtung der Wirtschaftspolitik ausschließlich am Bruttoinlandsprodukt ein erweitertes Wirtschaftsverständnis entgegensetzt. Mit der „Wellbeing Economy Alliance“ wurde eine Organisation geschaffen, die Regierungen für ein anderes Wirtschaften gewinnen möchte. Mehrere Länder wie Island, Schottland und Neuseeland haben sich mittlerweile dem Projekt angeschlossen. Der Film machte am Beispiel eines italienischen Ökonomen, der als Minister dieses Anliegen in seiner Regierung voranbringen wollte, aber auch deutlich, wie stark die politischen Hürden für nachhaltige Innovationen noch immer sind. Im anschließenden Filmgespräch diskutierten Sabine Lehner / GWÖ RG Salzburg, Jonas Holl / GWÖ AG Politik und Hans Holzinger / Autor des Buches „Wirtschaftswende“ über Hürden und Gelingensfaktoren für den notwendigen Wandel. In Wien wird derzeit eine Gruppe der Wellbeing Economy Alliance aufgebaut, wie Jonas Holl berichtete. Foto: Luisa Grabenschweiger.

Zu Fuß unterwegs waren die Teilnehmenden eines Konsumkritischen Stadtspaziergangs Kaufen ohne Ende?, zu dem das Afro-Asiatische Institut, INTERSOL und Südwind Salzburg in Kooperation mit dem Weltladen Salzburg-Linzergasse, der FAIRTRADE Stadt Salzburg sowie der Salzburger Armutskonferenz eingeladen hatten. Maria Bürger vom AAI und Lisa Mudra informierten über den Welterschöpfungstag, die Bedeutung konsumfreier Zonen sowie das Problem von Fast Fashion. Marcel Kamlesh Singhal, Sprecher der Salzburger Armutskonferenz, informierte über die Lebensherausforderungen von armutsbetroffenen Menschen. Den Abschluss bildete ein Besuch des Weltladen Salzburg-Linzergasse. Jean-Marie Krier, Obmann des neu gegründeten Vereins, schilderte, wie und warum sie den Weltladen „gerettet“ haben, seine Kollegin Andrea Reitinger informierte über Produkte des Weltladens, etwa die in einer Genossenschaft hergestellten, fair gehandelten Biobaumwoll-Kleider.
Um Textilien ging es auch beim Kleider tauschen und ins Gespräch kommen in der Pfarre St. Severin. In der von Dietlind Stockhammer organisierten Kleidertauschbörse konnten die Besuchenden Kleider mitbringen und gegen andere tauschen. Nach dem Motto: Statt Fast Fashion Kleider im Kreislauf führen.
Anders Reisen und aktive Mobilität – Zu Fuß über die Pyrenäen & Fahrraddemo im Pinzgau

Mit dabei war auch dieses Jahr wieder der Alpenverein Salzburg. Und zwar mit einem Reisevortrag Zu Fuß über die Pyrenäen in Kooperation mit dem Verein Bahn zum Berg. Mit dem Rucksack, gepackt mit dem Nötigsten, überquerte Lena Müller mit gerade einmal 23 Jahren die Pyrenäen zu Fuß – ganz allein. Übernachtet wurde meist im Zelt, einen richtigen Weg gab es größtenteils nicht. Für sie zählten jedoch die unglaublichen Eindrücke dieser einsamen Gebirgslandschaft. Auf dem langen Weg und auch im Anschluss lernte sie viel über sich selbst und stellte sich jedes Jahr einer neuen Herausforderung. „Nach Hause gehen“ nennt sich ihre aktuelle Weitwanderung. Die ca. 80 Besuchenden kamen in den Genuss eines faszinierenden Vortrags. Im Bild: Vortragende Lara Müller und Sarah Pallauf vom Verein Bahn zum Berg. Hier geht es zum Kurzbericht. Foto: Alpenverein


Um eine ökologische wie gesunde Fortbewegungsart ging es auch in einer Aktion in Zell am See. Radeln für morgen – Radeln für einen gesunden Boden und gesunde Menschen! lautete das Motto einer gemeinsamen Raddemo. Veranstalter waren die Klimamodellregionen Pinzgau und Südwind Entwicklungspolitik Salzburg. Die gemeinsame Radtour fand ihren Abschluss im Get-Together mit einem Konzert von „Happy Hoagascht“ im Stadtpark Zell am See beim Beach Club. In einer Ausstellung wurde auf die Bedeutung der Bodenqualität aufmerksam gemacht. Hier gibt es ein kurzes Video zur Aktion. Foto: Lukas Pertl
Einsatz für eine wirksame Klimapolitik






Einer der Höheunkte mit über hundert Teilnehmenden war die Veranstaltung „For Future“ – Einsatz für unser Klima. In einer gemeinsamen Aktion forderten die Klimagruppen Salzburgs am Alten Markt in der Salzburger Altstadt auf eine wirksamere Klimapolitik aufmerksam. Um fünf vor zwölf Uhr wurden alle Teilnehmenden aufgerufen, ihre Handywecker einzuschalten, denn es sei höchste Zeit für eine wirksame Klimapolitik. Danach folgten Statements von Vertretern und Vertreterinnen der einzelnen Gruppen, in denen auf die einzelnen Stationen der Aktion Bezug genommen wurde.
Die Religions for Future knüpften ein Netz für Schöpfungsverantwortung, um auf die Verbundenheit mit allen Geschöpfen und der Natur hinzuweisen. Die Grandparents for Future luden dazu ein, die Vornamen eigener Kinder und Enkelkinder auf Stoffbahnen zu schreiben. Eine Aktion, die österreichweit durchgeführt wird mit dem Ziel, dem nächst das Parlament in Wien für ein Klimaschutzgesetz umspannen zu können. Die Fridays for Future regten mit mitgebrachten rein pflanzlichen Speisen zur Diskussion über eine Ernährung an, die Klima- und Tierschutz verbindet. Die Scientists for Future informierten schließlich über ihre Klima-Forderungen an das Land Salzburg anlässlich eines Rechnungshofberichts, der deutlich mehr Klima-Anstrengungen einfordert. Musikalische Beiträge gab es von der „Country-Gospel-Band“ der evangelisch-methodistischen Kirche Salzburg. Fotos: Reinhard Geiger
Interkulturelle Begegnung und gemeinsames Feiern

Auf breites Interesse stießen auch die Pongauer Interkulturellen Tage 2026
Ein gutes Leben für alle – Wir sind Schöpfung in St. Johann im Pongau, veranstaltet vom Dekanat St. Johann der Erzdiözese Salzburg gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Österreich, den Religions for Future und dem Afro-Asiatisches Institut. Am Programm standen ein Weltsprachenfest, ein Afrika Filmabend, ein Vielfaltschorabend, Frauenfrühstück, ein interreligiöser Bittgang sowie eine Sonntag-Feier mit anschließendem Fest. An die 350 Besuchende zählten die Veranstaltungen. Foto: Mathias Hohler
Zur Bedeutung der Bodenqualität und die Rolle von Artenvielfalt


In zwei Veranstaltungen wurde die Bedeutung der Bodenqualität für die Landwirtschaft und dauerhafte Fruchtbarkeit thematisiert. Das Leben im Boden, und was wir davon haben lautete das Motto eines Vortrags, organisiert vom örtlichen Bildungswerk St. Margarethen gemeinsam mit dem Biosphärenpark und der Klima- und Energiemodellregion Lungau. In einer Handvoll Boden leben mehr Organismen, als es Menschen auf der Welt gibt. Dieses verborgene Netzwerk aus Mikroben, Pilzen, Insekten und Regenwürmern hält unsere Landschaft funktionsfähig: Es lässt Pflanzen wachsen, reinigt Wasser, speichert Kohlenstoff, puffert Starkregen und Trockenphasen ab und schützt vor Erosion und Muren. Durch Versiegelung, Schadstoffe, Mikroplastik und eine zu intensive Nutzung gefährden wir jedoch das Bodenleben und seine Leistungen, so der Referent Johann Zaller, Ökologe an der Universität für Bodenkultur Wien und Autor des Buches „Unser täglich Gift“. Der Referent nahm das Publikum in seinem spannenden Vortrag in St. Margarethen (mehr als 50 Personen) und bereits am Nachmittag in der Landwirtschaftlichen Fachschule (mehr als 60 Personen) in Tamsweg mit auf eine Reise in den Lebensraum unter unseren Füßen – den Boden. Eindrucksvoll hat er diesen Lebensraum und seine wichtigen Funktionen für das Leben erklärt und den BesucherInnen die Wertigkeit dieser begrenzten Ressource näher gebracht. Fotos: Peter Löcker

Mit dem Abfallwirtschaftsverband Lungau gab es zudem ein Reparatur Cafe. Foto: KEM Lungau

Mit dem Lungauer Frauennetzwerk & Partnerorganisationen wurde eine Kleidertauschparty organisiert. Foto: KEM Lungau

Etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte der Workshop „Ein guter Boden sorgt für ein gutes Leben! des Vereins Erdlinge in der Stadt Salzburg. Wolfgang Diemling informierte darüber, was man machen muss , damit die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten bleibt, Feldfrüchte gesund gedeihen und der Humusaufbau gelingt. Der Verein Erdlinge ist ein kooperatives Landwirtschaftsprojekt, in dem die Mitglieder gemeinsam Ackerbau betreiben. Folien zum Workshop. Foto: Wolfgang Diemling
Den Abschluss der Aktionstage bildeten zwei Exkursionen.

Das Haus der Natur lud in die Weitwörther Au, um das Nachtleben im Schutzgebiet Salzachauen zu erkunden. Unter dem Motto Was quakt, keckert und schnurrt in der Nacht? informierten Torben Schubert und Martin Signitzer über die Lebenswelt der Amphibien und Reptilien in der Weitwörther Au. Auf der Suche nach verschiedenen Arten von Fröschen und Molchen erfuhren die Teilnehmenden mehr über ihre einzigartigen Lebenszyklen und Lebensräume. Diese Führung fand im Zuge der Salzburger City Nature Challenge 2026 statt! Ziel dieses internationalen Citizen-Science-Wettbewerbs ist es, so viele Arten wie möglich zu entdecken und zu erfassen. Foto: Martin Signitzer

Der Naturschutzbund lud schließlich zu einer Entdeckungsreise in die Tier-, Pflanzen- und Pilzwelt des Salzachseegebietes ein. Der Biodiversitätsexperte Werner Schruf und Autor eines Bildbandes zum Thema (s. o.) informierte über die Artenvielfalt, die das Naherholungsgebiet der Salzachseen noch immer bietet. Neben den zahlreichen Vogel- und Insektenarten wurden auch medizinisch oder kulinarisch verwertbare Pflanzen und Pilze wie etwa der Schwefelporling angesprochen. Das Interesse an der Exkursion war sehr groß. Einige der Interessierten musste auf eine Folgeveranstaltung vertröstet werden – Termin folgt.
Resümee
Die Aktionstage thematisierten eine Vielfalt an Aspekten der Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung. Es wurde deutlich, dass Klima- und Artenschutz ebenso zusammenhängen wie ein anderes Wirtschaften mit dem Schutz unserer Lebensgrundlagen. Für mich beeindruckend war erneut die Vielfalt an Veranstaltungsformaten. Einziger Wehrmutstropfen: Die mediale Aufmerksamkeit war diesmal deutlich geringer als beim Aktionstag des letzten Jahres. Neben Ankündigungen im ORF sowie im Veranstaltungskalender der Salzburger Nachrichten gab es lediglich vereinzelt Berichte in Lokalmedien.
Aber: Das Positive überwiegt – es gab fruchtbare Kooperationen und wunderbare gemeinsame Erlebnisse. Wir sind guter Dinge. Die Planungen für die Aktionstage 2027 starten bereits im Herbst. Und am 9. Mai gibt es noch einen kleinen Nachschlag mit dem Info-Markt in Eugendorf: Nachhaltig leben ist nicht schwer. Machen wir, was wir können des Netzwerk Tomorrow.
HERZLICHEN DANK an alle MITWIKENDEN!
Bericht: Hans Holzinger, Leiter des Arbeitskreises „Klima & Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerk