Der Transformationsforscher Hans Holzinger liest aus seinem Buch “Wirtschaftswende”
Wie würde eine Wirtschaft aussehen, die die Befriedigung der Grundbedürfnisse für alle in den Mittelpunkt stellt? Welche Weichenstellungen wären dafür nötig? Und wäre eine solche Wirtschaft überhaupt machbar?
Hans Holzinger ist Wirtschafts- und Sozialgeograph und beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der ökologischen Transformation. In seinem Buch „Wirtschaftswende“ macht er über 100 Vorschläge für eine Umsteuerung.
Donnerstag, 30. Juli – 18 Uhr Ökonomie der Grundbedürfnisse
Als Ort steht das wunderbare Glashaus im Seecafé des Strandbades Seekirchen mit ausgezeichneter Gastronomie zur Verfügung. Und wer will, kann vor den Veranstaltungen gerne eine Abkühlung im Wallersee nehmen oder auch im Seecafé einkehren.
Beginn der Veranstaltung ist 18 Uhr. Gebeten wird aber, etwas früher zu kommen, um eine entspannte Bestellung von Speisen & Getränken an der Theke des Strandbades zu ermöglichen.
„Natur schenkt uns Gesundheit, Ruhe und Kraft. Sie macht uns aber auch bewusst, dass wir Verantwortung tragen. Verantwortung dafür, dass auch unsere Kinder und Enkel noch auf einer blühenden Almwiese stehen, das Summen von Wildbienen hören oder einfach auf einem Gipfel sitzen und in die Weite schauen können.“ (Sophia Burtscher)
„Ins Gespräch kommen über die Dinge, die das Leben lebenswert machen“ – so lautet das Motto der 1. Wallerssee_Gespräche des Salzburger Bildungswerks Seekirchen, die am 17. Juli eröffnet wurden. Fünf Themenabende erwarten die Besuchenden. Es geht um die Bedeutung von Naturerfahrung, unsere Beziehung zu Tieren, ein an den Grundbedürfnissen orientiertes Wirtschaften, einen achtsamen Umgang mit sich selbst und miteinander sowie einen klimaverträglichen Lebensstil. Dabei wurde bewusst auch ein neuer Ort gewählt, um neue Menschen anzusprechen – das Seecafé des Strandbades Seekirchen. Sommerliches Flair verbunden mit der ausgezeichneten Küche des Seecafés geben den Rahmen für den inhaltlichen Austausch bei den Wallersee_Gesprächen, die Raum für Begegnung und Dialog ermöglichen.
Eröffnet wurden die Wallersee_Gespräche mit Sophia Burtscher, Obfrau der Naturfreunde Salzburg. Im Gespräch mit Bildungswerkleiter Hans Holzinger berichtete Burtscher über ihr Engagement für die Natur, den Zugang aller zu Naturerfahrung sowie die Sensibilisierung für die Ökosysteme als unsere Lebensgrundlage. Wie der Alpenverein organisieren auch die Naturfreunde Wanderungen und Bergtouren, sie betreuen Wanderwege und führen Berghütten. Ein besonderes Anliegen der Naturfreunde sei es, auch einkommensschwächeren Menschen Natur- und Wandererfahrungen zu ermöglichen, so Burtscher. Dies erkläre sich aus der Geschichte der Organisation, die aus der Arbeiterbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts hervorgegangen sei: „Schon im Zeitalter des beginnenden Tourismus bemühten die Naturfreunde sich, einer breiteren Bevölkerungsschicht naturnahe und kostengünstige Freizeit- und Reiseaktivitäten zu ermöglichen.“
Naturerfahrung ermöglichen und Naturräume sinnvoll bewirtschaften
Neben der Organisation von Wander- und Bergtouren, Jugendcamps und Info-Veranstaltungen sowie der Betreuung der Berghütten ist Sophia Burtscher als Obfrau der Naturfreunde auch politisch gefordert, etwa wenn es um gute Lösungen im Zusammenhang mit der Wegefreiheit zwischen Grundbesitzenden und Bikern gehe. Kritisch sieht Burtscher den Trend, Natur nur mehr als Konsumgut zu betrachten, in dem der Naturzugang kommerzialisiert und eventisiert wird. Auch die zunehmende Individualisierung, der Trend zur Selbstoptimierung und permanenten Beschleunigung sei problematisch. Naturerfahrung brauche Zeit, Naturerlebnis habe auch mit Gemeinschaftserlebnis zu tun, wie Burtscher vor kurzem auch in einer Ö1-Sendung zum Thema „Berge und Neoliberalismus“ ausgeführt hat. Die Wertschätzung gegenüber der Natur und die Freude am in der Natur-Sein könne von Kindheit auf vermittelt werden. Mit Jugendcamps und Outdoor-Pädagogik-Angeboten tragen die Naturfreunde auch dazu bei. Zudem gibt es eigene Angebote zu Senioren-Wandern.
Bedeutung der Ökosysteme für unsere Zivilisation
Aus ihrer beruflichen Erfahrung im Katastrophenschutz beschäftigt Burtscher besonders die Frage, wie wir mit Naturgefahren umgehen: „Wir erleben immer häufiger Starkregen, Hochwasser und Murenabgänge. Trotzdem wird teilweise noch immer in hochwassergefährdeten Bereichen gebaut. Die rote Gefahrenzone heißt nicht zufällig rot. Wenn dort neue Gebäude entstehen, schaffen wir zukünftige Schäden mit Ansage.“
Der Klimawandel mache die Kräfte der Natur immer unmittelbarer sichtbar: „Er zeigt uns auch, wie begrenzt unser Einfluss letztlich ist. Wir können Naturgesetze nicht verhandeln. Wenn wir ihre Grenzen ignorieren, bekommen wir früher oder später die Rechnung präsentiert – finanziell, ökologisch und menschlich.“
Deshalb brauche es starke staatliche Institutionen mit ausreichend Fachwissen und echten Kompetenzen: „Einrichtungen wie die Landesumweltanwaltschaft erfüllen eine wichtige Kontrollfunktion. Sie bringen die Stimme der Natur in Verfahren ein, in denen es sonst oft nur um wirtschaftliche Interessen geht. Ich halte es deshalb für problematisch, wenn ihre Rechte oder personellen Ressourcen Schritt für Schritt reduziert werden. Wer Naturschutz ernst meint, muss auch jene Institutionen stärken, die ihn umsetzen.“ Daneben brauche es selbstverständlich NGOs und Vereine wie die Naturfreunde. Aber wir dürften eines nicht vergessen: „Das Ehrenamt kann und soll den Staat nicht ersetzen.“
Selbstversorger-Berghütten und Anreise mit öffentlichem Verkehr als Ziel
Die ausgebildete Juristin Sophie Burtscher betreibt am Gaisberg die den Naturfreunden gehörende Rauchenbühel-Hütte, ein ökologischer Vorzeigebetrieb, der vor kurzem mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet wurde. Dass der Gaisberg noch immer frei mit dem Auto hochgefahren werden dürfe, sei zu hinterfragen, so Burtscher. Früh habe sie als Naturfreunde-Obfrau zumindest die Einführung einer Maut verbunden mit einem guten Takt der Gaisberg-Busse gefordert, bisher aber kein Gehör gefunden. Generell plädiert Burtscher für die Ausweitung der Angebote, die mit dem öffentlichen Verkehr zu erreichen sind. Auch darüber informieren die Naturfreunde und bieten entsprechende Services an. Als Besonderheit berichtete Burtscher über die Selbstversorger-Hütten der Naturfreunde. Kostengünstig können hier Gruppen in Eigenverantwortung Hütten benützen – die Betreuung erfolgt durch Ehrenamtliche. Das vor einem Jahr von den Naturfreunden übernommene Wallerseehaus zwischen Seekirchen und Zell am Wallersee, das Gruppen und Einzelnen auch für Übernachtungen zur Verfügung steht, wird ab 2028 ebenfalls nach diesem Prinzip geführt. Interessierte Ehrenamtliche für die Betreuung werden gesucht.
Gelungener Start – nächstes Thema „Unsere Beziehung zu Tieren“
Im Austausch mit den Besuchenden wurden eigene Naturerfahrungen, der achtsame Aufenthalt in der Natur, aber auch Zielkonflikte etwa zwischen dem für die Energiewende nötigen Ausbau von Windrädern und dem Naturschutz oder dem Bedarf an naturnahem Wohnraum sowie dem Flächenverbrauch angesprochen.
Die Wallersee-Gespräche sind ein Experiment – der Start ist gut geglückt, das wunderbare Salettl des Seecafés war bis auf den letzten Platz gefüllt. Am Freitag, den 24. Juli wird der Theatermacher und pensionierte Philosophielehrer Wolf Junger aus einem Text über seine Hündin „Lorie“ lesen. Wir erfahren, was er in der Beziehung mit ihr gelernt hat. Ab 18 Uhr im Seecafé des Strandbades Seekirchen.
Bericht: Hans Holzinger, Fotos: Luisa Grabenschweiger
Zur aktuellen Debatte über Windkraft in Salzburg hat der Naturschutzbund eine Stellungnahme zum geplanten Kraftwerk Windsfeld abgegeben, die wir hier gerne zum Nachlesen online stellen. Das ganze Heft von Natur aktiv ist hier zu finden.
Am 9. Mai gab es mit dem Info-Markt in EugendorfNachhaltig leben ist nicht schwer. Machen wir, was wir könnendes Netzwerk Tomorrow noch einen Nachschlag zu den vom Salzburger Bildungswerk organisierten Aktionstagen „Aufbruch! Für ein gutes Leben für alle“. An die 25 Ausstellende und ca. 120 Teilnehmende waren der Einladung von Michael Riener zu dieser „Messe“ der besonderen Art gefolgt.
Mitwirkende Initiativen und Unternehmen
Aus Eugendorf waren der Dorfladenbox, die Bioblumen-Bäuerin Brigitte Dörner, der Bio-Gemüsebauer Pertiller sowie der Sparmarkt Putz mit regionalen, biologischen und fair gehandelten Produkten vertreten, die Bibliothek Eugendorf zeigte Bücher und Materialien zum Thema, Angela Lindner weitere Angeboten aus Eugendorf zum Thema Nachhaltigkeit. Der Naturschutzbund Salzburg mit Geschäftsführerin Ingrid Eichberger machte auf seine Biodiversitätsprojekte aufmerksam und verteilte Blumensamen. Zerum, das Modelabel für umweltfreundliche und fair gehandelte Kleidung aus Salzburg, zeigte Teile seiner Kollektion.
Weitere Mitwirkende waren die Foodcoop Heimvorteil aus Neumarkt, der kfb-Flohmarkt mit Brigitte Maier, ein syrischer Änderungsschneider sowie die Fairtrade Gruppe um Susanne Nobis – alle aus Seekirchen. Das Bildungswerk Seekirchen informierte über die Ausstellung GewissensBISS zu Lebensmittelverschwendung, die am 26. Mai in der Seekirchner Stadtbibliothek eröffnet wird. Mit dem Umweltarbeitskreis der Pfarre Elixhausen, Markus Rosskopf vom Laudato Si-Netzwerk der Erzdiözese sowie Thomas Gassner, Bereichsleiter für Beschäftigung und Nachhaltigkeit der Caritas, haben auch kirchliche Einrichtungen an der Nachhaltigkeitsmesse mitgewirkt.
Neben den Info- und Verkaufsständen gab es auch Kurzvorträge.
Der sozialökonomische Betrieb „PC Okay“ zeigte, wie Computern ein zweites Leben eingehaucht werden kann. Alexandra Falkner von der Erneuerbare Energiegemeinschaft Seenland informierte darüber, wie man Strom sinnvoll teilen kann, der Energieberater Harald Kienzl informierte über die Vorzüge von Balkonkraftwerken. Toni Wintersteller berichtet über 50 Jahre EZA Fairer Handel, der Nachhaltigkeitsexperte und Koordinator der Aktionstage Hans Holzinger gab Einblicke in seine Bücher „Wirtschaftswende“ und „Von nichts zu viel – für alle genug.“
Ein herzliches Dankeschön geht neben allen Mitwirkenden auch an das Team des Netzwerk „Tomorrow“, das die Gäste mit Kaffee und Kuchen verwöhnte. Foto 1: Toni Wintersteller, alle weiteren Fotos: Hans Holzinger
Zum zweiten Mal fanden heuer auf Initiative des Arbeitskreises „Klima und Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks die Salzburger Aktionstage „Aufbruch! Für ein gutes Leben für alle“ statt. 20 Veranstaltungen zu vielfältigen Themen in unterschiedlichen Formaten mit 1300 Teilnehmenden gab es vom 22.-26. April 2026. Weitere sieben Veranstaltungen fanden im Vorprogramm mit knapp 500 Teilnehmenden statt, allein 300 davon waren bei zwei Vorträgen der Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb mit dabei.
Die behandelten Themen reichten von der Bedeutung der Artenvielfalt für Salzburg, einem wirksamen Klimaschutz sowie einer intakten Qualität unserer Böden über eine Energie- und Mobilitätswende bis hin zur Bedeutung von sozialem Engagement. Neben Vorträgen und Workshops bereicherten Exkursionen, Aktionen im Öffentlichen Raum sowie eine Fahrraddemo das vielfältige Programm. Fotobericht auf Youtube
Im Folgenden findet ihr Kurzberichte, Fotos und vertiefende Links.
(Salzburg) Die Fridays, Grandparents, Religions und Scientists for Future machten am Samstag, den 25. April 2026, mit einer gemeinsamen Aktion am Alten Markt in der Salzburger Altstadt auf eine wirksamere Klimapolitik aufmerksam. „Geopolitische Verwerfungen, insbesondere die Kriege gegen die Ukraine und den Iran, haben ökologische Fragen wie die Klimakrise in den Hintergrund gedrängt. Doch nur weil man über ein Thema weniger oder nicht mehr spricht, ist das Problem nicht vom Tisch. Eine wirksame Klimapolitik ist dringender denn je – dies zeigen alle Ergebnisse der Klimaforschung“, so der Koordinator der Aktion Hans Holzinger.
Um fünf vor zwölf Uhr wurden alle Teilnehmenden aufgerufen, ihre Handywecker einzuschalten, denn es sei höchste Zeit für eine wirksame Klimapolitik. Danach folgten Statements von Vertretern und Vertreterinnen der einzelnen Gruppen, in denen auf die einzelnen Stationen der Aktion Bezug genommen wurde.
Musikalische Beiträge gab es von der „Country-Gospel-Band“ der evangelisch-methodistischen Kirche Salzburg. Peter Gucher von den Grandparents hat ein Video zur Aktion erstellt.
Verbundenheit mit allen Geschöpfen und der Natur
Die Religions for Future knüpften ein Netz für Schöpfungsverantwortung, um auf die Verbundenheit mit allen Geschöpfen und der Natur hinzuweisen, wie Sr. Maria Unterluggauer erklärte. Im Statement von Pfarrerin Barbara Wiedermann der evangelischen Kirche hieß es dazu: „Heute sind wir hier, um zu sagen: Lasst uns in guter Weise für das Klima eintreten. Lasst uns unseren eigenen Teil beitragen, um diese Welt zu schützen. Und wir sind hier, um zu sagen: wir fordern die Politik auf deutliche Maßnahmen zu setzen, um unser Klima, unsere Natur, unsere Mitgeschöpfe zu schützen.“
Dorothee Büürma aus dem Kernteam der Religions for Future Salzburg zitierte aus der Grundsatzerklärung der Initiative: „Das Ökosystem Erde hat einen einzigartigen Wert. Es ist nicht allein für uns Menschen da, sondern dient allen Lebewesen als gemeinsamer Lebensraum. Wir Menschen sind mit den anderen Lebewesen verbunden, können ohne sie nicht leben und werden durch das Leben mit ihnen bereichert. Wir sind von der Natur abhängig und als ein Teil in sie eingebunden.“ Aus diesem Grund vermitteln unsere religiösen Traditionen wichtige Haltungen im Umgang mit der Natur, so Büürma weiter: „Dankbarkeit und Achtsamkeit, Bescheidenheit und Gerechtigkeit, Demut und Geschwisterlichkeit. Wir sehen jeden Menschen verpflichtet, im Einklang mit der Natur zu leben und ein treuer Haushalter oder eine treue Haushalterin für das gemeinsame Haus der Erde zu sein – in Verantwortung für künftige Generationen.“
Die Religions for Future rufen die führenden Personen in den Religionen auf, sich in Wort und Tat mit aller Kraft für den Erhalt der Erde einzusetzen. „Von den Verantwortlichen in der Politik erwarten wir den längst überfälligen Strukturwandel hin zu einer ökosozialen Politik und Wirtschaftsordnung. Alle Menschen bitten wir, einen achtsamen Umgang mit der Natur zu pflegen, auch wenn dieser persönliche Einschränkungen bedeutet“, so Büürma abschließend.
Martin Eisenbraun, Pfarrer em. der altkatholischen Kirche in Salzburg, verwies auf unser aller persönlicher Verantwortung: „Es liegt auf der Hand, wenn wir Verantwortung für die Schöpfung übernehmen, dass wir, jeder und jede, selbst etwas tun. Beginnen wir damit, selbst Energie zu sparen, indem wir verantwortungsbewusst unsere Reisen planen und im alltäglichen Leben vom Heizen über das Duschen bis zum Streamen von Filmen sparsam sind. Wir können uns stark machen für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und den Einsatz von erneuerbarer Energie. Ein Aufstehen gegen Atomkraftwerke und gegen alle, die die Klimakrise verharmlosen, versteht sich von selbst.“
Kurt Krammer von der Buddhistischen Gemeinschaft verwies ebenfalls auf das Verbundensein mit allem: „Der Egoist meint, wenn ich andere ignoriere oder sogar schädige, nützt das mir. Die buddhistische Lehre, die vom Prinzip des abhängigen Entstehens ausgeht, führt uns aber zu folgender Erkenntnis: wenn ich mir schade, schade ich damit anderen, wenn ich anderen schade, schade ich damit mir selbst! Diese Erkenntnis würde niemandem schaden. Aber für diejenigen, die bereits zu dieser Erkenntnis vorgedrungen sind, gilt es, sich zusammenzuschließen, Erkenntnis zu verbreiten und ins Handeln zu kommen.“
Forderung nach einem Klimaschutzgesetz
Die Grandparents for Future luden dazu ein, die Vornamen eigener Kinder und Enkelkinder auf Stoffbahnen zu schreiben. Eine Aktion, die österreichweit durchgeführt wird mit dem Ziel, dem nächst das Parlament in Wien für ein Klimaschutzgesetz umspannen zu können.
Roswitha Gucher von den Grandparents for Future zu ihrer Aktion: „Wir stehen heute hier, weil uns etwas verbindet, das stärker ist als jede politische Debatte: die Liebe zu unseren Kindern und Enkelkindern. Wir stehen hier, weil wir Verantwortung tragen — und weil wir wissen, dass die Zeit drängt. Wir fordern ein Klimaschutzgesetz, das nachhaltig ist, wirksam, und vor allem: enkeltauglich. Denn unsere Kinder und Enkel sollen eine Heimat erben, in der der Klimawandel nicht außer Kontrolle geraten ist. Eine Welt, in der sie leben können, ohne Angst vor immer heftigeren Hitzewellen, ohne die Sorge vor Dürre, Ernteausfällen, Überflutungen oder dem steigenden Meeresspiegel.“
„Unsere Kinder haben ein Recht auf eine sichere Zukunft. Ein RECHT auf Schutz. Ein Recht darauf, dass wir heute handeln. Darum sagen wir an die Politik gerichtet: „Bedenkt bei jedem Gesetz, welche Folgen es für die Zukunft unserer Enkel hat“, so Gucher weiter.
Ein aufgestellter Generationen-Stuhl der Gradparents for Future steht symbolisch für einen Sitz im Parlament — für die Stimme der kommenden Generation, eine Stimme, die selbst noch nicht sprechen kann, aber gehört werden muss.
Pflanzliche Nahrung als Beitrag zu Klima- und Tierschutz
Die Fridays for Future regten mit mitgebrachten rein pflanzlichen Speisen zur Diskussion über eine Ernährung an, die Klima- und Tierschutz verbindet. „In Österreich werden jedes Jahr rund 117 Mio. Tiere geschlachtet. Das sind mehr als 13 Tausend Tiere pro Stunde“, so die Sprecherin der Gruppe. „Laut dem deutschen Umweltbundesamt reduziert man die eigenen Emissionen um rund 40 Prozent, wenn man sich pflanzlich ernährt“, machte die Vertreterin der Fridays for Future-Gruppe Salzburg in ihrem Statement deutlich, in dem sie auf die Hürden, aber auch die Chancen geänderter Ernährungsgewohnheiten einging: „Wenn wir kollektiv unser Essverhalten ändern, kann sich innerhalb weniger Jahre einiges tun. Regenwald kann aufgeforstet werden und die Artenvielfalt kann sich verbessern. Unsere Moore, die CO2 binden und die wir für Äcker und Weiden zweckentfremdet haben, können wieder aufgewässert werden.“
Offener Brief der Scientists for Future an die Landesregierung
Die Scientists for Future informierten über ihre Klima-Forderungen an das Land Salzburg anlässlich eines Rechnungshofberichts, der deutlich mehr Klima-Anstrengungen einfordert. Sie unterstrichen dies mit einem Riesenbanner, das die globale Erwärmung in den letzten hundertfünfzig Jahren aufzeigt.
Jens Blechert, Sprecher der Scientists for Future: „Ein Bericht des Salzburger Landesrechnungshofs besagt, dass das Ziel des Landes Salzburg, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 zu reduzieren, mit den bisherigen Maßnahmen nicht erreichbar zu sein scheint. In einem offenen Brief an LHF Karoline Edtstadler und LHStv. Marlene Svazek verlangten nun 80 Salzburger Mitglieder der Scientists for Future Auskunft darüber, welche Maßnahmen die Salzburger Landesregierung setzen wird, um die im Masterplan Klima+Energie 2030 auch rechtlich verbindlich vereinbarten Ziele zu erreichen. Die Antwort steht noch aus.“ Angesichts der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aus Krisenregionen plädierte Blechert dafür, die Energie- und Mobilitätswende deutlich schneller voranzubringen.
Die Aktion war als Teil der Salzburger Aktionstage „Aufbruch! Für ein gutes leben für alle“ ein gelebtes Zeichen der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Zivilgesellschaft für mehr Druck auf die Politik, wirksame Maßnahmen für Klimaschutz zu setzen. Sie war auch ein Zeichen der Verbundenheit mit der Natur und allen Mitgeschöpfen.
Beim VCÖ-Mobilitätspreis, Österreichs größtem Wettbewerb für umweltverträgliche Mobilität und nachhaltigen Gütertransport, werden Projekte zu aktiver Mobilität in einer eigenen Kategorie ausgezeichnet. Gesucht sind Maßnahmen, die es der Bevölkerung ermöglichen bzw. erleichtern, Alltagswege gesund und umweltverträglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Immerhin ist jede 10. Autofahrt in Gehdistanz, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Projekte, wie die Verbesserung der Infrastruktur zum Gehen und Radfahren, Bewusstseinsaktionen oder kommunale Konzepte zur Förderung bewegungsaktiver Mobilität können beim VCÖ-Mobilitätspreis eingereicht werden ebenso Projekte, die insbesondere die aktive Mobilität für ältere Menschen oder mobilitätseingeschränkte Personen sicherer und leichter zugänglich machen.
Der renommierte VCÖ-Mobilitätspreis Österreich wird in Kooperation mit dem Mobilitätsministerium und den ÖBB durchgeführt. Wir laden Sie ein, Ihr Projekt noch bis 27. Mai 2026 einzureichen!
Wer glaubt, die Gegend um die beiden Salzachseen in Liefering sei langweilig, der irrt. Freilich braucht’s schon ein wenig Zeit und Geduld – und den Blick fürs Kleine. Sachkundige Unterstützung ist da sehr hilfreich, denn wer kennt schon die Grauschwarze Sklavenameise oder raffinierte Kuckucksbienen? Artenspezialist und Biologe Wolfgang Schruf kennt sie alle und kann zu den meisten Arten spannende Details erzählen. Am Ende werden alle staunen, was sich nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt Salzburg alles entdecken lässt, wenn man es einmal gesehen hat. Und es gibt immer etwas zu entdecken, selbst im Herbst und im Winter. Interessant sind auch medizinisch oder kulinarisch verwertbare Pflanzen und Pilze wie etwa der Schwefelporling.
17. April 2026 18.30 Uhr – Salzburg Vortrag & Buchpräsentation: Auf Entdeckungsreise in die Tier-, Pflanzen- und Pilzwelt des Salzachseegebietes Referent: Dipl.-Päd. Wolfgang Schruf Ort: Salzburger Bildungswerk, Strubergasse 18 Veranstalter: Naturschutzbund Salzburg, Salzburger Bildungswerk. Anmeldung im Link oder telefonisch unter 0650.4129962 Freier Eintritt.
Mit dem „Tag des Zu-Fuß-Gehens“ rückt Österreich eine zentrale Form der Mobilität in den Fokus: das Gehen. Einmal im Jahr dreht sich alles um diese Fortbewegungsart, die nicht nur die umweltfreundlichste, sondern auch die gesündeste und inklusivste ist.
Ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit – jeder Schritt zählt. Der Aktionstag am 27. April lädt dazu ein, das eigene Mobilitätsverhalten zu reflektieren, neue Wege zu entdecken und gemeinsam ein Zeichen für lebenswerte Gemeinden und Städte zu setzen.
Mit Initiativen wie der österreichweiten Schritte-Challenge und dem 2. Österreichischen Fußverkehrsgipfel wird gezeigt, wie einfach es sein kann, Bewegung in den Alltag zu integrieren und gleichzeitig Klima und Gesundheit zu stärken.
„In der österreichischen Debatte geistert derzeit eine Zahl umher, die so gewaltig ist, dass sie oft abstrakt bleibt: Neun Milliarden Euro. Das ist die Summe, die Österreich bis 2030 an Strafzahlungen (die eigentlich Kompensations-Zahlungen sind, aber realistischerweise eine Strafe darstellen) drohen könnte, wenn wir unsere europäischen Klimaziele verfehlen. Neun Milliarden – das ist keine bloße Schätzung, sondern eine politische Entscheidungssumme. Die eigentliche Frage, die wir uns stellen müssen, lautet daher nicht: Drohen uns Strafzahlungen? Sie lautet vielmehr: Wofür wollen wir diese neun Milliarden Euro einsetzen?“
So leitet Leo Fellinger, Obmann des Vereins LoveElectrics einen offenen Brief an Umweltschutz-Bundesminister Norbert Totschnig und Bundeskanzler Christian Stocker ein. Den gesamten Text findet ihr im Link.
Zudem schlägt er eine Klimaklage gemäß der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) vor, die in Österreich Verfassungsrang genießt. Der entscheidende Hebel sei die sogenannte „positive Schutzpflicht“: „Der Staat ist nicht nur verpflichtet, Grundrechte wie das Recht auf Leben (Art. 2 EMRK) oder das Recht auf Privat- und Familienleben (Art. 8 EMRK) nicht aktiv zu verletzen. Er muss sie aktiv schützen. Wenn der Staat weiß, dass unzureichender Klimaschutz diese Rechte bedroht, und dennoch untätig bleibt, entsteht ein juristischer Angriffspunkt.“
Der Blogbeitrag schließt mit der Möglichkeit zur Abstimmung über eine Klimaklage.