Die aus dem Klimarat hervorgegangene Zukunftsallianz fordert Verbesserungen für den zur Begutachtung ausgesandten Entwurf zum österreichischen Klimagesetz (Im Original: Bundesgesetz zur Erfüllung von unionsrechtlichen Klimazielen durch Erarbeitung und Umsetzung wirksamer Maßnahmen zum Klimaschutz, zur Klimawandelanpassung und zur Kreislaufwirtschaft (Klimagesetz – KliG). Bis 30. 10.2026 kann die Stellungnahme noch auf der Homepage des österreichischen Parlaments unterzeichnet werden.
Hier die Zusammenfassung der Forderungen:
„Österreich braucht ein wirksames Klimagesetz. Der Entwurf enthält wichtige Ansätze:
jährliche Emissionsobergrenzen bis 2030
quantifizierte Maßnahmen mit Prüfung durch das Umweltbundesamt
wissenschaftliche Beratung
vorausschauende Berichterstattung.
Gewichtige Forderungen des Klimavolksbegehrens bleiben offen. Ein verfassungsrechtlich abgesichertes Recht auf Klimaschutz, ein umfassendes Emissionsbudget bis 2040 und ausreichende Investitionsmittel fehlen. Die Länder werden durch das Gesetz selbst nicht verpflichtet; die Sektorpfade bleiben indikativ. Gesetzliche Planungs- und Nachsteuerungspflichten müssen gerichtlich überprüfbar sein.
Ein verlässliches 2040-Ziel schafft Orientierung für Haushalte, Gemeinden und Unternehmen. Die Möglichkeit, das Zieljahr über die Standortklausel zu verschieben, ist zu streichen. Wirtschaftliche Krisen müssen durch geeignete Instrumente und soziale Absicherung bewältigt werden. Zielabweichungen brauchen einen wissenschaftlich geprüften Ausgleichspfad, Finanzierung und verbindliche Umsetzungstermine.
Wissenschaftliche Kontrolle braucht einen eigenständigen Auftrag und ausreichende Ressourcen. Der Klimabeirat muss jährlich unabhängig prüfen und von sich aus tätig werden können. Die Bundesregierung muss seine Empfehlungen innerhalb einer gesetzlichen Frist öffentlich beantworten.
Klimaschutz muss im Alltag möglich und leistbar sein. Der Klimafahrplan muss Belastungen, tatsächlich verfügbare Alternativen und Unterstützung gemeinsam ausweisen. Einkommen, Wohnsituation, regionale Erreichbarkeit und eigene Entscheidungsmöglichkeiten sind zu berücksichtigen. Die Energie- und Mobilitätswende sowie die Umsetzung in Gemeinden brauchen verlässliche Finanzierung.
Die Bevölkerung muss an der Ausgestaltung mitwirken können. Dazu gehören repräsentative Beteiligungsformate und die ausdrückliche Einbindung von Kindern, Jugendlichen und ihren Vertretungen.
Klimavorsorge muss auf vorhandenen Erkenntnissen aufbauen und darf nicht bis zur ersten vollständigen Risikoanalyse warten.
Der Beitrag untersucht die Darstellung von Wirtschaft im Kontext von Nachhaltigkeit in österreichischen Schulbüchern für Geographie und wirtschaftliche Bildung (GWB) der AHS-Oberstufe. Anhand von zwölf systemisch vernetzten Themenfeldern und Leitfragen wird dargestellt, wie weit die Schulbücher den aktuellen Stand der Ökosystem-, Klima- und Transformationsforschung wiedergeben und wieweit der im bestehenden Lehrplan geforderten Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie dem ab dem Schuljahr 2027/2028 Lehrplan geforderten Anspruch auf Zukunftsorientierung angesichts planetarer Grenzen Rechnung getragen wird. Der Beitrag endet mit zusammenfassenden Empfehlungen. Ein umfangreicher Anhang bietet weitere Zitate aus den untersuchten Schulbüchern.
Hier einige der Ergebnisse:
Alle Schulbücher thematisieren ökologische Herausforderungen, wie im aktuellen sowie im neuen Lehrplan gefordert. Die Ausführlichkeit und Qualität der Darstellung variieren jedoch stark – nicht alle Schulbücher referieren den aktuellen Stand der Ökosystem und Klimaforschung. Die Schulbücher gehen auf das Konzept der Nachhaltigkeit bzw. Tragfähigkeit des Planeten ein, das Problem des zu ressourcenintensiven Konsum- und Lebensstils in den wohlhabenden Ländern wird aber nur bedingt angesprochen. Teilweise wird vor zu ‚radikalen Schritten‘ gewarnt.
Die Klimakrise wird thematisiert, jedoch eher verhalten und überwiegend nicht dem aktuellen Stand der Klimaforschung entsprechend. Formulierungen wie ‚Viele Expertinnen und Expertinnen gehen davon aus, dass …‘ oder das gleichgewichtige Nebeneinanderstellen von Risiken und Chancen durch die Klimaerwärmung verharmlosen die Herausforderung. Alle Schulbücher sind auf den aktuellen Stand der Klimaforschung (vgl. APCC 2023; CCCA 2025) zu bringen.
Strukturelle Ursachen für unsere Nicht-Nachhaltigkeit wie der Wachstumszwang sowie der Konsumismus werden zu wenig herausgearbeitet (vgl. Paech 2025; Holzinger 2024). Wachstumsgrenzen werden bedingt angesprochen, in einigen Schulbüchern kommen auch Vertreter*innen der Postwachstumsbewegung zu Wort. In allen Schulbüchern wird aber auf ein ‚grünes‘ bzw. ‚qualitatives‘ Wachstum gesetzt. Der freien bzw. der sozialen Marktwirtschaft wird als ‚Sonderform‘ die ökosoziale Marktwirtschaft gegenübergestellt: Das ist irreführend. Wenn wir den Übergang zu nachhaltigen Gesellschaften schaffen wollen, dann müssen alle Marktwirtschaften zu ökosozialen Marktwirtschaften werden – mit den Instrumenten der Internalisierung der ökologischen Kosten sowie der Begrenzung der Ressourcennutzung. Klimaneutralität und Wirtschaften in Kreisläufen sind hier als Zukunftsperspektiven zu vermitteln (vgl. Holzinger 2024).
Nachhaltige Investments werden in den Schulbüchern für jene vorgestellt, die ethisch investieren möchten. Auch dies ist problematisch (auch der kommende neue AHS-Lehrplan erwähnt leider ethisches Investment nur nebenbei). Wenn die Nachhaltigkeitswende gelingen soll, sind alle Kapitalströme ökologisch zu trimmen. Die Notwendigkeit einer gänzlichen Verabschiedung von den fossilen Energieträgern wird zu wenig betont, zum Teil sogar Peak Oil als Hauptproblem dargestellt, nicht der Ausstoß an Treibhausgasen. Der Umgang mit Ressourcen wird vor allem mit Recycling verbunden, eine Kreislaufwirtschaft mit langlebigen Produkten und Ökodesign kaum thematisiert (vgl. Holzinger 2020b, 2024).
Kritik zu üben ist auch an dem in den Schulbüchern mehrheitlich vermittelten Bild der ‚scheinbar unbegrenzten Bedürfnisse‘ und dem propagierten Ziel von Wirtschaft, diese ‚mit knappen Mitteln‘ zu befriedigen. Dieses Bild stammt aus der Knappheitsgesellschaft und trifft auf unsere hochproduktiven Konsumgesellschaften nicht mehr zu. Das Ziel von Wirtschaften ist, stärker zu verknüpfen mit einem in den Schulbüchern durchaus thematisierten erweiterten Verständnis von Wohlstand bzw. Lebensqualität (vgl. Holzinger 2016, 2024).
Zusammenfassend: Nur drei Schulbücher – Geografisch und bedingt Durchblick sowie Geospots – zitieren aktuelle Ergebnisse der Ökosystemforschung. Strukturelle Ursachen der Nicht-Nachhaltigkeit werden zu wenig betont, ebenso die Zusammenhänge von funktionierenden Ökosystemen als Grundlage für menschliches Leben mit Wirtschafts- und Konsumweisen der materiellen und energetischen Begrenzung. Das Säulenmodell der Nachhaltigkeit mit den drei Bereichen ‚Wirtschaft – Soziales – Umwelt‘ ist daher zu ersetzen durch das Zwiebel- bzw. Pyramidenmodell, in dem Wirtschaft und Gesellschaft in die Ökosysteme eingebettet sind.
APCC (2023): APCC Special Report: Strukturen für ein klimafreundliches Leben. Springer Spektrum, Heidelberg.
Holzinger, H. (2016): Von nichts zu viel – für alle genug. Perspektiven eines neuen Wohlstands. oekom, München.
Holzinger, H. (2020a): Wann lernen Gesellschaften? Gelingensfaktoren und Barrieren für gesellschaftlichen Wandel im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung. JBZ-Arbeitspapier 49. Download
Paech, N. (2025): Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie. oekom, München.
In mehreren österreichischen Städten – so auch in Salzburg – fand am 16. Oktober 2026 wieder ein Klimastreik statt. Gefordert wurden ein schärferes Klimagesetz, mehr Anstrengungen für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel sowie eine Ende der militärischen Hochrüstung. Mit dabei waren ach Mitglieder der Scientists for Future, der Religions und Grandparents for Future. Von ORF und Salzburger Nachrichten gab es auch positive Medien Berichte. Foto: Gabriel Batistuta
Auch 2027 lädt der Arbeitskreis „Klima & Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks wieder zu den Aktionstagen „Aufbruch für ein gutes Leben für alle“ ein. Die örtlichen Bildungswerke, Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen, Vereine und Organisationen aus dem Bundesland Salzburg sind eingeladen, sich mit Veranstaltungen zu beteiligen. Wir freuen uns auf bunte Formate: Möglich sind Vorträge, Diskussionen, aber auch Exkursionen, Workshops oder Aktionen. Inspiration gibt es gerne bei den Aktionstagen 2026.
Mit vereinten Kräften wollen wir rund um den World Earth Day darauf hinweisen, wie wichtig eine klimafitte, enkeltaugliche, sozial-gerechte Zukunft für uns alle ist und aufzeigen, welcherlei Möglichkeiten es hierfür gibt und was jeder und jede Einzelne beitragen kann.
Termin der Aktionstag: Mo. 19. – So. 25. April 2027 Einreichung: Über das Google-Doc-Formular Bildungswerke: Eingabe über das Service-Portal Redaktionsschluss: 31. Jänner 2027
Weitere Infos geben gerne: Sabrina Riedl, sabrina.riedl@sbw.salzburg.at, Tel. 0662-872691-17 Hans Holzinger, hans.holzinger@sbw.salzburg.at, Tel. 0699.11370178
Im Rahmen des Kongresses der European Childhood Obesity Group an der NLW spricht am Mittwoch 16.09. 13:30-14:00 Frau Prof. Dr. Sigrid Stagl mit dem Titel The Role of Ecological Economics for Sustainable Health.
Frau Prof. Stagl war Wissenschaftlerin des Jahres 2024 und ist eine gefragte Rednerin.
Das Kongressteam macht den Talk im Audimax online kostenfrei zugänglich:
Im Interview (Lokalteil der SN vom 14.8.) erklärt die Landeshauptfrau: „Was uns in Salzburg aber gelingen muss, sind die Klimaneutralität und ein verminderter CO2-Ausstoß“. Diese Aussage – spät aber doch getätigt – ist erfreulich.
Zur Erinnerung: Bereits seit vielen Jahren hat Salzburg eine Klima- und Energiestrategie („Salzburg2050 klimaneutral.energieautonom.nachhaltig“), 2021 wurde der zweite Umsetzungsplan (Masterplan Klima+Energie 2030) von der Landesregierung beschlossen. Der Zielpfad des Masterplanes ist mit vielen Maßnahmen (jeweils mit quantifizierter Reduktionswirkung) hinterlegt. Während sich Salzburg im Bereich Erneuerbare Energien und Energiewende grosso modo (abgesehen von der Windkraft, aber diese wurde von der Landeshauptfrau im Interview positiv adressiert) auf gutem Weg befindet, hinkt es bei der Erfüllung der Treibhausgasziele weit hinterher.
Die Ziele sind beschlossen, die Maßnahmen liegen auf dem Tisch, die zuständigen Abteilungen verfügen über hervorragende Expertise und nun artikuliert die Landeshauptfrau (endlich) auch ihren politischen Willen. Vielleicht gelingt es der Landeshauptfrau sogar, den zuständigen Bundesminister aus seinen klimapolitischen Hitzeferien zu holen, denn Salzburg allein kann die Klimaneutralität nicht herbeiführen. Zur Erinnerung: die Bundesregierung bekennt sich zur Klimaneutralität bereits 2040 ohne auch nur im Entferntesten erkennen zu lassen, wie diese erreicht werden soll; Stichwort: fehlendes Klimaschutzgesetz. Es gibt also keinen Grund (mehr), die Dinge in Salzburg nicht sofort in Angriff zu nehmen. Keinen Grund, aber vielleicht ein Hindernis: die für Klimaschutz zuständige Landeshauptfraustellvertreterin?
Ein wesentlicher Aspekt blieb im Interview – möglicher Weise der Kürze des Formates geschuldet – unangesprochen: die notwendige Anpassung an die mittlerweile unvermeidbaren Folgen des Klimawandels, vom Hitzeschutz bis zum Hochwasserschutz, von den nötigen Umstellungen in der Land- und Forstwirtschaft hin zu medizinischen Fragen und sozialen Auswirkungen muss mit ebensolcher Dringlichkeit wie der Klimaschutz vorangetrieben werden. Nochmals zur Erinnerung: auch dafür hat das Land Salzburg eine „Salzburger Strategie zur Anpassung an den Klimawandel“. Auch dort sind viele Maßnahmen im Detail beschrieben, die allermeisten (und wirksamsten) harren allerdings noch ihrer Umsetzung. Auch hier gilt: es gibt keinen Grund, allenfalls ein Hindernis (siehe oben), nicht sofort mit der Umsetzung zu beginnen.
Nebenbei: Dass beide Strategien aufgrund neuer Erkenntnisse und Herausforderungen (zB in Hinblick auf Wasserknappheit, lange Dürreperioden, sich stark verändernde Rahmenbedingungen für die Wasserkraft, Strombedarf der KI uvm) weiterentwickelt und entsprechende Maßnahmen formuliert werden müssen, ist den Expert*innen der Abteilungen sicher bewusst und sollte bei entsprechendem Willen rasch in politische Entscheidungen münden können.
Dr. Gunter Sperka Mitglied im Fachkollegium der Scientists for Future Österreich, 5026 Salzburg
Im November 2026 startet erneut die Fortbildung „Zertifikat für Hochschullehrende Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“ der Allianz Nachhaltige Universitäten. Hochschullehrende aller Disziplinen können ihre Lehrkompetenzen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung weiter- oder neu entwickeln und dies österreichweit über fachliche und institutionelle Grenzen hinweg.
Im Umfang von 4 ECTS erarbeiten die Teilnehmenden Grundlagen, Methoden und vertiefte Einblicke in BNE und können ihre eigene Lehre reflektieren und weiterentwickeln. Ein großer Teil des Curriculums kann den eigenen Interessen und Vorkenntnissen entsprechend zusammengestellt werden.
Die Bewerbungsphase für den Jahrgang 2026/27 ist geöffnet und läuft bis zum15. Oktober 2026.
Stellungnahme von Scientists for Future Salzburg, 10. August 2026
Aufgrund der anhaltenden Dürre, der überhitzen Städte, dem Ausbleiben von Regen ist die Klimakrise auch medial wieder präsent. Vertreter und Vertreterinnen der Klimaforschung betonen in Interviews, dass der heurige Sommer kein Ausreißer ist, sondern zum neuen Normal werden wird.
Die Notwendigkeit nicht nur von Klimawandelanpassungen, sondern auch einer wirksameren Politik zur Vermeidung von Treibhausen ist evident. Die Schwierigkeit liegt jedoch in der Vermittlung, so der Psychologe und Sprecher von Scientists for Future Salzburg Jens Blechert:
„Niemand will heiße Sommer und Sturzfluten oder ausfallende Ernten in der Landwirtschaft. Was fehlt, ist die Selbstwirksamkeitserwartung: selbst wenn wir in Österreich sofort unseren CO2-Ausstoß auf Null reduzieren, wird sich erst einmal am Verlauf der Klimakrise nichts spürbar ändern.“
Notwendig sei daher die Nennung von zusätzlichen Vorteilen einer wirksamen Klimapolitik: „mittelfristige Kosteneinsparungen durch Energieautonomie, weniger Lärm und bessere Luftqualität durch weniger Autos, Aufwertung von Immobilien an Hauptverkehrsachsen, gesundheitliche Vorteile aktiver Mobilität, volkswirtschaftliche Vorteile durch neue Technologien oder gesunde Böden durch regenerative Landwirtschaft.“ Maßnahmen wie die Förderung des Austausches von Ölkesseln oder die Wiedereinführung des Klimabonus wären Anreize für den Wandel, ebenso die Umlenkung aller Investitionen auf nachhaltige Bereiche.
Die physikalischen Gesetze der Erderwärmung endlich ernst nehmen
Politisch müsse die Erderhitzung aber endlich ernster genommen werden, ergänzt der Transformationsexperte Hans Holzinger, Koordinator der S4F Salzburg:
„Dem Klima ist es egal, wenn wir es aufheizen. Es geht um unsere Lebensgrundlagen. Und mit der Natur kann man nicht verhandeln, sondern sie nur gut oder schlecht behandeln. Die Natur ist Gegenstand der wissenschaftlichen Erforschung und nicht der politischen Debatte.“
Die physikalischen Gesetze seien klar: „Je mehr Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen werden, umso mehr heizt sich der Planet auf. Das geht schleichend vor sich, doch Kipppunkte wie die Freisetzung großer Mengen Methan durch das Auftauen der Permafrostböden können die Lage auch rasch noch gefährlicher machen.“ Da Kohlendioxid hundert Jahre in der Atmosphäre verbleibt, sei ein Zurück zu einem früheren Zustand ohnedies nicht mehr möglich. „Die heurigen erneuten Hitzerekorde und Waldbrände sind ein Fingerzeig, endlich konsequenter zu handeln. Die volkswirtschaftlichen Kosten sind bereits jetzt enorm, die sozialen Folgen etwa durch Verteuerung unserer Lebensmittel durch Missernten werden zunehmen“, so Holzinger.
Der Weg sei klar, wenn auch nicht einfach: „Wir müssen weg von fossilen Energien – Erdöl, Gas und Kohle – und gleichzeitig energieautonom werden. Nach dem Verursacherprinzip (wir haben historisch über Jahrzehnte überproportional emittiert) ist Österreich auch als kleines Land gefragt. Und es ist besser Teil der Lösung als Teil des Problems zu sein. Dazu kommt die im Rahmen der Europäischen Union eingegangene Verpflichtung, spätestens 2050 klimaneutral zu sein – die österreichische Regierung peilt sogar 2040 an, auch Salzburg ist hier noch säumig, wie kürzlich ein Bericht des Landesrechnungshofs aufgezeigt hat“, so Blechert und Holzinger.
Anpassungen an die Erderhitzung sind nötig, wir brauchen aber auch eine wirksame Klimapolitik zur Eindämmung des Treibhausgas-Ausstoßes
Österreichs Rinderbauern fordern ein Dürre-Nothilfepaket: 300 Euro pro Kuh aus dem Katastrophenfonds sollen helfen, zusätzliches Futter zu finanzieren. Denn wenn es in den kommenden Wochen derart heiß bleibe, müsse dieses im Ausland zugekauft werden. Zudem müssten Maisbestände hierzulande gesichert werden und es für Futtermittelimporte einen Zuschuss geben. Nach Ansicht der IG Milche müsse von der Bundesregierung ein Krisenstab eingerichtet werden.
Die Forderung nach staatlicher Unterstützung sei verständlich. Es wächst aufgrund der langen Trockenperiode kaum Gras nach. Die Preise für Heu werden stark ansteigen. Teilweise werden Kühe zur Schlachtung freigegeben werden müssen, was aber den Verkaufspreis für die Bauern senken wird. Mehr Angebot bedeutet sinkender Preis und umgekehrt: Mehr Nachfrage bedeutet steigenden Preis. Lebensmittel werden aber wohl teurer werden – auch aufgrund gestiegener Energiepreise.
Es reiche nicht, wenn der Staat nur in Krisensituationen einspringt – die Verschuldung der öffentlichen Haushalte sei bereits jetzt enorm. Markteingriffe wird es auch brauchen, um den Ausstoß an Treibhausgasen rasch zu senken: „Höhere CO2-Steuern, stärkere Geschwindigkeitslimits auf Straßen oder das leider wieder aufgeweichte Verbrenner-Aus in der EU ab 2035 wären praktische Maßnahmen. Und die Krisenbranchen müssen selbst klimafit werden. In der Autoindustrie bedeutet dies rascher Umstieg auf E-Antriebe, in der Landwirtschaft Umstieg auf regernative Anbaumethoden, die drastische Reduzierung des Kunstdünger- und Pestizideinsatzes sowie die Redimensionierung des Fuhrparks und der Maschinen.“
Univ. Prof. Dr. Jens Blechert, Mag. Hans Holzinger, Scientists for Future Salzburg, 5020 Salzburg, Rückfragen: 0699.11370178
„For Future“ -Klimaaktion am Alten Markt am 25. April 2026 Fotos: privat, Reinhard Geiger
Zum zweiten Mal fanden heuer auf Initiative des Arbeitskreises „Klima und Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks die Salzburger Aktionstage „Aufbruch! Für ein gutes Leben für alle“ statt. 20 Veranstaltungen zu vielfältigen Themen in unterschiedlichen Formaten mit 1300 Teilnehmenden gab es vom 22.-26. April 2026. Weitere sieben Veranstaltungen fanden im Vorprogramm mit knapp 500 Teilnehmenden statt, allein 300 davon waren bei zwei Vorträgen der Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb mit dabei.
Die behandelten Themen reichten von der Bedeutung der Artenvielfalt für Salzburg, einem wirksamen Klimaschutz sowie einer intakten Qualität unserer Böden über eine Energie- und Mobilitätswende bis hin zur Bedeutung von sozialem Engagement. Neben Vorträgen und Workshops bereicherten Exkursionen, Aktionen im Öffentlichen Raum sowie eine Fahrraddemo das vielfältige Programm. Fotobericht auf Youtube
Im Folgenden findet ihr Kurzberichte, Fotos und vertiefende Links.
Zum zweiten Mal finden heuer auf Initiative des Arbeitskreises „Klima und Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks die Salzburger Aktionstage „Aufbruch! Für ein gutes Leben für alle“ statt. 24 Veranstaltungen zu vielfältigen Themen mit vielfältigen Formaten. Wir laden herzlich zur Teilnahme und Teilen des Programms ein!