Mit dem „Tag des Zu-Fuß-Gehens“ rückt Österreich eine zentrale Form der Mobilität in den Fokus: das Gehen. Einmal im Jahr dreht sich alles um diese Fortbewegungsart, die nicht nur die umweltfreundlichste, sondern auch die gesündeste und inklusivste ist.
Ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit – jeder Schritt zählt. Der Aktionstag am 27. April lädt dazu ein, das eigene Mobilitätsverhalten zu reflektieren, neue Wege zu entdecken und gemeinsam ein Zeichen für lebenswerte Gemeinden und Städte zu setzen.
Mit Initiativen wie der österreichweiten Schritte-Challenge und dem 2. Österreichischen Fußverkehrsgipfel wird gezeigt, wie einfach es sein kann, Bewegung in den Alltag zu integrieren und gleichzeitig Klima und Gesundheit zu stärken.
(Salzburg, 18.3.2026) Wie wird Wirtschaft im Kontext aktueller sozialer Herausforderungen und angesichts planetarer, ökologischer Grenzen in österreichischen Schulbüchern dargestellt? Welche Rolle spielen Nachhaltigkeitsaspekte wie die Klima- oder Biodiversitätskrise? Diesen und weiteren Fragen geht der Wirtschaftsgeograph und Transformationsforscher Hans Holzinger in einer aktuellen Studie nach. Die von ihm untersuchten Themenfelder in den Schulbüchern reichen von der Darstellung von Bedürfnissen und dem Ziel von Wirtschaften über die Messung von Wohlstand und Lebensqualität bis hin zu den Herausforderungen durch ökologische Krisen und die zunehmende soziale Spaltung. Auch Themen wie das Wirtschaftswachstum und dessen Grenzen, die Zukunft der Arbeit und sozialen Sicherung, die Beschreibung der Wirtschaftssektoren, die Rolle der Finanzmärkte sowie Fragen der Ungleichheit und Entwicklung werden behandelt. Insgesamt hat der Autor 32 Begriffe untersucht. Ausführlicher Pressetext
Einige Ergebnisse in Kürze
Nachhaltigkeit ist Thema, aber nur bedingt am aktuellen Stand der Ökosystemforschung
Die Einschätzung des Studienautors: „Alle Schulbücher thematisieren ökologische Herausforderungen. Sie gehen ein auf Nutzungskonflikte, die Überbeanspruchung von Ökosystemen, die Degradation von Böden oder die Verknappung von Wasservorräten. Auch Landgrabbing wird problematisiert. Die Ausführlichkeit und Qualität der Darstellung variieren jedoch stark – nicht alle Schulbücher referieren den aktuellen Stand der Ökosystem- und Klimaforschung.“
Einer der Kritikpunkte von Holzinger: „Die Schulbücher gehen auf das Konzept der Nachhaltigkeitbzw. Tragfähigkeit des Planeten ein, das Problem des zu ressourcenintensiven Konsum- und Lebensstils in den wohlhabenden Ländern wird aber nur bedingt angesprochen. In manchen Schulbüchern wird ‚der Mensch‘ als Ursache für Nicht-Nachhaltigkeit bezeichnet, nicht ‚der Mensch in den Hochkonsumländern‘. Teilweise wird vor zu ‚radikalen Schritten‘ gewarnt.“
Die Klimakrise werde thematisiert, jedoch eher verhalten und überwiegend nicht dem aktuellen Stand der Klimaforschung entsprechend. Formulierungen wie „Viele Expertinnen und Expertinnen gehen davon aus, dass …“ oder das gleichgewichtige Nebeneinanderstellen von Risiken und Chancen durch die Klimaerwärmung würden die Herausforderung verharmlosen: „So betont ein Schulbuch etwa, dass der Sommertourismus in Österreich zu den Gewinnern des Klimawandels zähle, weil es im mediterranen Raum zu heiß für verträglichen Tourismus werde.“
Die „ökosoziale Marktwirtschaft“ werde als „Sonderform“ der Marktwirtschaft bezeichnet, nicht als notwendige allgemein anzustrebende Zukunftsperspektive; ebenso wie nachhaltige Investments für jene vorgestellt würden, die ethisch investieren möchten. „Wenn die Nachhaltigkeitswende gelingen soll, sind jedoch alle Kapitalströme auf ökologisch zu trimmen.“ Die Notwendigkeit einer gänzlichen Verabschiedung von den fossilen Energieträgern werde zu wenig betont, zum Teil sogar Peak Oil als Hauptproblem dargestellt, nicht der Ausstoß an Treibhausgasen. Der Umgang mit Ressourcen werde vor allem mit Recycling verbunden, eine Kreislaufwirtschaft mit langlebigen Produkten und Ökodesign kaum thematisiert, so weitere Kritikpunkte von Holzinger.
Zukunft der Arbeit und der erweiterte Arbeitsbegriff – Sozialstaat zwischen Errungenschaft und Nicht-mehr-Finanzierbarkeit
Im Bereich der Erwerbsarbeit werde auf viele Aspekte eingegangen – von Beschäftigungsformen über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bis hin zu Arbeit 4.0. Arbeitszeitverkürzungen und neue Arbeitszeitmodelle würden jedoch nur bedingt angesprochen, kritisiert Holzinger: „Wirtschaftsbildung muss zukünftig stärker auf innovative Arbeitszeitmodelle eingehen, weil diese von jüngeren Generationen gefordert werden. Die aktuelle Diskussion in Österreich über ‚Lifestyle‘-Teilzeit allein legt eine konstruktive Auseinandersetzung nahe.“
In den Ausführungen zur Sozialpolitik gibt es laut Holzinger zwei Stoßrichtungen: „Einige Schulbücher stellen die Vorzüge und Errungenschaften des Wohlfahrtstaates in den Mittelpunkt, andere dessen Nicht-Mehrfinanzierbarkeit sowie das Einfordern von mehr Eigenverantwortlichkeit, was etwa durch verschärfte Bedingungen für Arbeitslose oder mehr Anreize zur Eigenvorsorge erwartet wird.“
Ungleichheit werde in den Schulbüchern unterschiedlich behandelt, so Holzinger: „Manche betonen die Ungleichheit global oder zwischen Regionen, manche betonen eher die Ungleichheit bei den Einkommen, nur zum Teil wird jene bei den Vermögen problematisiert.“
Globalisierung und weltweiter Handel werden in den meisten Büchern mit ihren Chancen und Problemen beschrieben, so Holzinger. „Genannt werden etwa billigere Produkte durch mehr Wettbewerb als Vorteil für uns als Konsument*innen, die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer als Nachteil, wobei die Gewichtung nach Schulbüchern variiert. Das bestehende Welthandelssystem wird teilweise kritisiert, der Welthandel an sich aber nicht in Frage gestellt. Aus ökologischer Sicht muss Wirtschaftsbildung nicht nur über einen ethischen oder fairen Welthandel reflektieren, sondern auch darüber, wie viel Welthandel überhaupt sinnvoll und nötig ist.“
Hans Holzinger: Wirtschaft – Umwelt – Klima – Soziales. Die Darstellung von Wirtschaft in Österreichs Schulbüchern für Geografie und wirtschaftlicher Bildung im Kontext von nachhaltiger Entwicklung und planetarer Grenzen. Salzburg/Wien 2025. 280 Seiten. ISBN Softcover: 978-3-99192-213-1, ISBN E-Book: 978-3-99192-212-4
Zum Autor: Hans Holzinger ist Wirtschafts- und Sozialgeograph, Senior Adviser der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg, Autor mehrerer Bücher, zuletzt erschienen „Wirtschaftswende“ (oekom 2024).
Rückfragen: Tel. 0043.699.11370178
Anhang: Porträtfoto (C) Carmen Bayer/JBZ, Cover der Studie
(Salzburg, 17.3.2026) Der Bericht des Salzburger Landesrechnungshofs mit dem Titel „Klimaschutz und Klimawandelanpassung des Landes Salzburg“ kommt im Juli 2025 zu einem zentralen Befund: „Das Ziel des Landes Salzburg, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 50 % gegenüber dem Jahr 2005 zu reduzieren, scheint mit den bisherigen Maßnahmen nicht erreichbar zu sein“ (S. 4). Darüber hinaus hält der Bericht fest, dass zur Halbzeit des Masterplan Klima+Energie 2030 „für knapp die Hälfte der erwünschten Einsparungen bei den Treibhausgasemissionen noch nicht einmal Maßnahmen erarbeitet wurden“ (S. 34). Schließlich wird betont, dass „die Erreichung ohne zusätzliche und wirksamere Maßnahmen unwahrscheinlich [scheint]“ (S. 85).
80 Mitglieder der Scientists for Future Salzburg verlangen in einem offenen Brief an LHF Karoline Edtstadler und LHStv. Marlene Svazeknun Auskunft darüber, „welche Maßnahmen die Salzburger Landesregierung für die Jahre 2026 und 2027 plant, um die Emissionen bis 2030 nachvollziehbar auf 2.158 kt CO₂-Äquivalent zu senken, wie im Masterplan Klima+Energie 2030 auch rechtlich verbindlich vereinbart.“ Dies gelte insbesondere für die Bereiche, die den größten Beitrag zur Zielerreichung leisten müssen: Verkehr (u.a. Elektromobilitätsstrategie), Gebäude (Ölkesseltausch) sowie die „Differenz/Lücke” bzw. „sonstige Potenziale”, die im Masterplan Klima+Energie 2030 ausgewiesen sind, aber bis heute nicht explizit operationalisiert wurden.
„Als Scientists for Future möchten wir erneut betonen, wie wichtig es ist, wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Der Alpenraum ist in besonderem Maße vom Klimawandel betroffen„, heißt es im Brief. Und weiter: „Zudem gilt es, die ökonomischen Chancen post-fossilen Wirtschaftens in unserem Bundesland proaktiv zu ergreifen und dadurch auch einen Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit zu leisten. Wir vertrauen darauf, dass die Salzburger Landesregierung heute Entscheidungen trifft, die genau das ermöglichen.“
Die aktuellen geopolitischen Konflikte machen einmal mehr deutlich, dass wir von den fossilen Energien loskommen müssen. Eine neue Studie des Alpenvereins über den „Zerfall“ der Gletscher in Österreich ist ein weiteres Signal für die Notwendigkeit einer konsequenten Klimawende.
Die Initiatoren im Namen von 80 Wissenschaftler:innen Univ.Prof. Dr. Jens Blechert, Sprecher der S4F Salzburg Mag. Hans Holzinger, Koordinator der S4F Salzburg Dr. Markus Gastinger, Politikwissenschaftler Dr. Martin Loidl, Mobilitätsforscher
Die 2026 zum zweiten Mal stattfindenden Aktionstage „Aufbruch! Für ein gutes Leben für alle“ laden dazu ein, sich mit Veranstaltungen und Aktionen für eine soziale und ökologische Entwicklung einzusetzen. Das Projekt wird vom Arbeitskreis „Klima & Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks getragen und koordiniert.
Die Aktionstage 2026 starten mit dem Earth Day am 22. April und laufen bis26. April. Auch dieses Jahr beteiligen sich wieder zahlreiche Gruppen mit Veranstaltungen.
Die Aktion Autofasten ist eine Initiative der Umweltbeauftragten der Katholischen und Evangelischen Kirche Österreichs die dazu aufruft, in der Fastenzeit (18.02. – 04.04.2026) das eigene Mobilitätsverhalten in Richtung Nachhaltigkeit zu gestalten, um auch den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu erhalten.
Die Mitgliedsgemeinden des Regionalverbandes Salzburger Seenland laden im Rahmen der Klima- und Energie-Modellregion Salzburger Seenland zu einem Infoabend zum Thema Stromnetze nach Seeham ein.
Aktuell wird viel über den notwendigen Ausbau unseres Stromnetzes berichtet, denn der Ausbau der Stromnetze in Europa ist entscheidend für die Energiewende und den Ersatz von Öl und Gas durch die Erneuerbaren. Doch wie funktioniert unser Stromnetz genau? Wie verteilen sich die Kosten? Wo und wann muss das Netz ausgebaut werden? Wer trägt dafür die Kosten? Wie wirken sich Photovoltaik- und Wind-Strom aus? Sind Speicher die Lösung?
Diese und weitere Fragen werden Daniel Reiter (Leiter Netzkunden) und Kolleginnen von der Salzburg Netz GmbH beim Infoabend beantworten.
Montag, 23. März 2026 um 18:30 Regionalverband Salzburger Seenland, Saal 2. Stock, Seeweg 1, 5164 Seeham. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.
Wie reagieren Seen auf Klimaveränderungen? Welche Auswirkungen hat die Klimaerwärmung auf Wasserqualität, Ökosysteme und Nutzung, wie gelingt es, unsere Seen langfristig zu schützen und welche Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen gibt es?
Referent: Dr. Martin Luger, Leiter der Abteilung Seenkunde am Bundesamt für Wasserwirtschaft in Scharfling am Mondsee, wird über die Auswirkungen des Klimawandels vor unserer Haustür, unter Wasser in den Seen der Region, berichten.
Am 27. Februar 2026 war die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb zu Gast in Seekirchen. Sie machte in ihrem Vortrag einmal mehr deutlich, wie gefährlich die Klimakrise ist und dass wir gut beraten sind, diese ernster zu nehmen als wir es derzeit tun. Eingeladen hatten das Salzburger Bildungswerk Seekirchen, die e5-Gemeinden Köstendorf und Seekirchen sowie der Regionalverband Salzburger Seenland. Das Interesse an der Veranstaltung war riesig, die Kunstbox Seekirchen mit 190 Teilnehmenden bis auf den letzten Platz gefüllt.
Mit dem WEITBLICK- Stammtisch ist 2025 ein neues Format entstanden, in dem sich verschiedene Institutionen aus den Bereichen Kultur, Bildung und Wissen zum Thema Nachhaltigkeit austauschen. Mit dabei sind Veranstalter:innen aus dem ganzen Bundesland Salzburg, von Vereinen bis hin zu großen Kulturinstitutionen.
Zweimal jährlich findet der sogenannte „WEITBLICK Stammtisch PLUS“ statt – einNetzwerktreffen mit fachlichem Impulsvortrag, gehostet von einer Kultureinrichtung oder einem Partnerbetrieb.
Das nächste Treffen findet im Flachgau statt und wir möchten Euch ganz herzlich dazu einladen: 18. März 2026, von 18:00 – 21:00 Uhr (hier findet ihr das Programm) Check-In ab 17:00 Ort: EZA Fairer Handel GmbH, Wenger Str. 5, 5203 Köstendorf bei Salzburg
Neben den fachlichen Inputs bleibt genügend Zeit und Raum fürs Kennenlernen, Austausch, Vernetzung und gegenseitige Inspiration.
Salzburgs Veranstalter:innen gehen mit Weitblick voran – wir freuen uns, wenn ihr dabei seid!
Euer Green Event Salzburg Team DI Markus Zeiner, Mag.a Katrin von Hagke, Mag. Martin Signitzer