1. Salzburgweiter Aktionstag „Aufbruch – für ein gutes Leben für alle“ war ein großer Erfolg

Der 1. Salzburgweite Aktionstag „Aufbruch – für ein gutes Leben für alle“, zu dem der AK „Klima & Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks am 16. Mai 2025 aufgerufen hatte, war ein großer Erfolg. Zahlreiche Organisationen und Initiativen haben sich mit einem bunten Programm beteiligt. Im Folgenden findet ihr einige Highlights.

Das Fazit des Tages durch Sabrina Riedl und Hans Holzinger:“ Neue Formen des Miteinander auszuprobieren, macht Freude und Lust auf Mehr. Klimafreundliches Verhalten kann spannend und lustvoll sein. Insofern: Wir sind gemeinschaftlich aufgebrochen und bleiben auf Kurs – eine durchaus gelungene Premiere, die nach Wiederholung ruft! Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden sehr hezlich!“

Presseberichte: Salzburger Nachrichten * Regional TV Salzburg * Flachgauer Nachrichten * Universität Salzburg * Gemeindeentwicklung Salzburg * Ankündigungsvideo

Klimabündnis Salzburg: Klima-Pub-Quiz in Werfen

Den gelungenen Auftakt zum Aktionstag setzte die Werfener Bildungswerkleiterin Brigitte Drabeck am Vorabend des 16. Mai mit dem Klima-Pub-Quiz in der Kuenburger Mundschenk. Acht Teams – vom Bürgermeister mit Gemeindeteam, über die Feuerwehr und die Ortsbäuerinnen – gaben sich dem Quiz-Night-Fieber in Werfen hin. Bei thematisch ausgewählter Musik in gemütlicher Atmosphäre wurde emsig gerätselt, viel gelacht und so manch Neues gelernt. Von kniffligen Klimabegriffen über praktische Tipps für mehr Artenvielfalt im eigenen Garten bis hin zu Verkehrsregeln galt es so manche ‚Kopfnuss‘ zu knacken.

ifz Salzburg: Soziokratie als Demokratie 2.0

Am Freitagvormittag gab es seitens des ifz – dem internationalen Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen – einen wertvollen Impuls von Soziokratie-‚Urgestein‘ Christian Rüther, der sich selbst auch als ‚professionellen Weltverbesserer‘ bezeichnet. Gemeinsam mit seiner Kollegin Ursula Brandner, beschäftigten wir uns damit, wie die kollektive Weisheit von Gruppen gut genutzt werden kann, wie Entscheidungen gemeinschaftlich effizient getroffen und wie durch die KonsenT-Methode wichtige Werte wie Mitbestimmung, Inklusion und soziale Gerechtigkeit nachhaltig genährt werden können. Das alles wurde ganz praktisch am fiktiven Beispiel einer gemeinsamen Wohngemeinschaft erprobt. Hier ein ausführlicher Bericht auf der ifz-Homepage

Universität Salzburg: Das Ökosystem Bach & Teich erkunden

An der Natur- und Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Uni Salzburg wurde gemeinsam mit Alexandra Pitt der Mikrokosmos im Wasser sprichwörtlich genauer unter die Lupe genommen. Das Wetter hat zum Glück mitgespielt und so wurden am Bach vor der Universität, bei kleinen stehenden Gewässern im Botanischen Garten sowie am ‚Uniteich‘ Wasserproben genommen. Die darin gefundenen kleinen Tierchen wurden anschließend unter der Stereolupe bestaunt. Den Teilnehmenden konnte so anschaulich vermittelt werden, wieviel Leben es in unseren Gewässern zu entdecken gibt, wenn man genau hinschaut.

KEM Fuschlsee-Wolfgangsee: Workshop mit Schulklassen im Rauchhaus

Auch im Rauchhaus Mühlgrub in Hof herrschte am Vormittag, unter der Federführung von Klima- und Energiemodellregionsmanager Fuschlsee-Wolfgangsee Harald Kienzl, buntes Treiben. Sechs Volksschulklassen aus Fuschl, Hof, und Thalgau waren an diesen historischen Kraft- und Lernort zum Entdecken und Staunen eingeladen. Die Hofer Schüler:innen machten sich frühmorgens zu Fuß zum Rauchhaus auf, das bereits über 500 Jahre besteht und somit ein idealer Ort ist um Geschichte lebendig werden zu lassen. In fünf abwechslungsreichen Stationen erfuhren die Kinder auf spielerische Weise Wissenswertes zu erneuerbarer Energie und ökologischer Landwirtschaft, aus Haselnussruten wurden ‚Mai-Wispelen‘ gebastelt, mit Naturmaterialien wie Steinen, Holz, oder Pflanzen wurde kreativ gestaltet und mittels handgefertigten Holzstelzen galt es einen Geschicklichkeitsparcours zu bewältigen. Für das leibliche Wohl sorgten die Hofer Bäuerinnen mit einer gesunden Jause.

Alpenverein Salzburg: Öffi-Wanderung & Wildkräuterknödel auf der Söldenhütte

Von Bahnsteig sechs des Salzburger Hauptbahnhofes machte sich um die Mittagszeit eine achtköpfige Runde zur Öffi-Wanderung, die vom Salzburger Alpenverein organisierte wurde, auf. Mit dem REX ging es zunächst entspannt nach Werfen, mit dem W3-Shuttle dannweiter in die Wengerau. Der Aufstieg zur Söldenhütte war von einem Wetterwechselbad aus Sonnenschein und Graupelschauern begleitet. Dennoch schafften es die wetterfesten Wandernden neue Wildkräuter kennenzulernen und zu sammeln. Im Warmen angekommen ging es emsig ans Sortieren und Benennen der Kräuter sowie um die gemeinschaftliche Planung, welches Kraut welche Rolle in der Menüabfolge spielen könnte. Hüttenwirt Bene öffnete schließlich die Hüttenküche für die Wandergrupe und es wurde geschnipselt, gekocht, gekostet und verziert bis schließlich ein 5-gängiges Menü die Gaumen der Hüttenbesucher:innen erfreute. Hier ein Bericht auf der ÖAV-Homepage

Mischwald statt Monokulturen – Exkursion des Henndorfer Bildungswerkes

In Henndorf gab es am Aktionstag auf Einladung des örtlichen Bildungswerks eine Exkursion unter dem Titel „Unterwegs im Frühlingwald“ mit der Waldpädagogin Alexandra Schmidhuber. Die Teilnehmenden erfuhren viel zu den Themen Mischwald versus Monokulturen oder der Herausforderung Wälder klimafit zu gestalten. Außerdem wurde die wichtige Rolle der Wälder als CO2 Speicher thematisiert. Zum Abschluss pflanzten die Teilnehmenden gemeinsam eine Linde.

Gruppe Tomorrow Eugendorf: „Nachhaltig leben ist nicht schwer“

Die Gruppe „Netzwerk Tomorrow“ hatte im Rahmen des Aktionstages gemeinsam mit dem Bildungswerk Eugendorf lokale Initiativen eingeladen, um über ihre Beiträge zu Nachhaltigkeit zu informieren. Eine Vielzahl an Projekten präsentierte sich in der Galerie der Volksschule: von regionalen und biologischen Produkten aus bäuerlicher Landwirtschaft, neuen Wegen der Vermarktung wie dem „Dorfladen“, Lebensmittelverkauf ohne Verpackung durch das Unternehmen „BRUNO (unverpackt)“ über neue Mobilitätslösungen wie „Carsharing“ oder „Salzburg radelt“ bis hin zu neuen Wegen der Energieversorgung am Beispiel der örtlichen Energiegemeinschaft. Auch Re-Use war Thema, wie ein Vortrag der Caritas über Second Hand-Textilien in den „Carla-Läden“ sowie Infos über ein zweites Leben von Computern durch das Projekt PC des Sozialunternehmens anderskompetent. Mit dabei waren auch die Öffentliche Bibliothek Eugendorf, die Energieberatung des Landes, das Projekt „Zeitpolster“ sowie die Fairtrade-Gruppe Seekirchen. Die Gruppe „Netzwerk Tomorrow“ um Michael Riener und Bildungswerkleiterin Anna Innerhofer konnten ein vielfältiges Programm präsentieren.  Mehr Bilder gibt es auf Bezirksblätter Flachgau

Bildungswerk Seekirchen: Natur im Garten – Richtige Pflege von Beerensträuchern und Obstbäumen

Groß war auch das Interesse am Vortrag des Bildungswerk Seekirchen gemeinsam mit dem Obst- und Gartenbauverein sowie dem Imkerverein Seekirchen. Der Gartenbaumeister Franz Hönegger („Gartenfranz“) gab wertvolle Tipps für die richtige Behandlung von Beerensträuchern und Obstbäumen. Dabei kamen auch die Themen Artenvielfalt und Naturbezug zur Sprache. Ob Ribisel, Himbeeren oder Wein – bei richtiger Behandlung gibt es reiche Ernte. Wir erfuhren auch, was den Sommer- und Winterschnitt bei Bäumen unterscheidet, dass man mit Himbeerkulturen einen exzellenten Sichtschutzzaun errichten kann und dass sich abgeschnittene Brombeerstängel gut als Insektennistplätze eignen. Die vom Projekt „Natur in Salzburg“ des Landes Salzburg geförderte Veranstaltung machte Lust, den eigenen Garten zu einem Platz zu machen, der die Artenvielfalt fördert und vielfältige Früchte zum Ernten bietet. Der Vortragende, der auch Workshops in Schulen durchführt, plädierte dafür, Kindern von früh auf einen Bezug zum Gärtnern zu vermitteln. Bei den über 40 Teilnehmenden wurde jedenfalls die Lust geweckt: voraussichtlich wird es eine Fortsetzung mit einem Schnittkurs für Bäume und Sträucher geben. Mehr Bilder gibt es auf Bezirksblätter Flachgau

Umweltarbeitskreis Pfarre Elixhausen: Car-Sharing – wie geht das?

David Knapp, der Referent der Veranstaltung „Carsharing – wie geht das?“ gab zuerst eine knappe Stunde lang Einblicke in das Thema „Carsharing“, das er aus vielen verschiedenen Perspektiven, sowohl aus planerischer und organisatorischer Sicht als auch als Carsharing-Nutzer beleuchtete. Daran schloss sich eine sehr rege Diskussion zur Frage an, ob es möglich wäre, in Elixhausen mit Carsharing zu starten – ob es den politischen Willen dazu gäbe, ob der Bedarf/die Nachfrage vorhanden wäre und ob die örtlichen Gegebenheiten geeignet wären. Am Ende des Abends war klar, dass das Thema weiter verfolgt wird und in verschiedene Richtungen weitergedacht bzw. diskutiert wird, was vor allem vom Veranstalter, dem Umwelt-Arbeitskreis der katholischen Pfarre Elixhausen, vorangetrieben werden wird.

Universität, Wissenschaft & Kunst: Vernetzungslunch Tauschen, teilen, schenken

An diesem Vernetzungslunch am Fachbereich Wissenschaft & Kunst der Universität nahmen 22 Personen teil. Als Format, um ins Gespräch zu kommen, wurde eine Geschenkbörse mit anschließenden Diskussionsrunden gewählt, die zweisprachig (deutsch und englisch) moderiert wurden. Das heißt, alle Teilnehmenden brachten Objekte mit, die sie nicht mehr brauchten oder teilen wollten. Die Geschenke wurden vor Ort eingepackt, mit Nummern versehen und anschließend unter den Anwesenden verlost. Es gab auch die Möglichkeit, einmal ein Geschenk zu „stehlen“ und sein eigenes gegen ein anderes auszutauschen. Anschließend gruppierten sich die Anwesenden in drei Gesprächsrunden mit den Themen „Geld“, „Zeit“ und „Menschen“ und diskutierten dort in kleineren Runden bei einem veganen Mittagessen, wie die jeweiligen Geschenke zu dem gewählten Thema verortet werden können und welche Rolle das Tauschen, Teilen und Schenken in Bezug auf Nachhaltigkeit und ein gutes Leben für alle einnimmt. Dieses niederschwellige Diskussions- und Austauschformat ermöglichte es, schnell mit Humor und spielerischem Zugang das Eis zwischen den Teilnehmer:innen zu brechen und Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Sprachen und beruflichen Kontexten ins Gespräch kommen zu lassen. So nahmen neben Angehörigen der Universitäten Salzburg und Mozarteum auch Personen teil, die sich privat für das Thema Nachhaltigkeit interessieren oder von anderen Organisationen wie Lebenshilfe, ARGEkultur Salzburg, Frau und Arbeit kamen, und tauschten sich in fröhlicher Stimmung aus. Das Format soll weitergeführt werden.

Viele weitere Veranstaltungen bereicherten den Aktionstag

Es gäbe noch so viel mehr zu berichten: Vom konsumkritischen Stadtspaziergang oder dem Tauschen-Teilen-Schenken-Vernetzungsbrunch in Salzburg, dem kostenlosen E-Bike-Training-Nachmittag in Berndorf, vom nachhaltigen Markt der Möglichkeiten der Gruppe Tomorrow in Eugendorf mit zahlreichen Initiativen und lokalen Anbietern, von ganz praktischen Tipps zum Gärtnern am Balkon und auf der Terrasse und welch wertvoller Beitrag davon für den Erhalt der Artenvielfalt ausgeht, vom Kreativ-Upcycling-Workshop, indem aus gesäuberten Nespresso-Kapseln von Senior:innen im Tageszentrum in Neumarkt neue Deko-Kunstwerke entstanden sind, vom großen Fest am Tamsweger Wochenmarkt, bei dem 700 Interessierte unter anderem selbsterzeugte, regionale und biologische Lebensmittel genossen, vom Agrarkreis der Salzburger Landjugend am BIOART Campus in Seeham oder vom Aufbruch im Mattsee, wo der Kapitelwirt in einem Soziokratieprozess mittels Bürger:innenbeteiligung neu belebt werden soll.

Sabrina Riedl & Hans Holzinger, AK „Klima & Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks

Fotos: *Aktionstag_KEM – Harald Kienzl *Eugendorf_Transparent – Hans Holzinger *Mikrokosmos Wasser – Matthias Schulz *ÖAV – Anita Bitterlich *Henndorf – Alexandra Schmidhuber * Elixhausen – Gerhard Schaidreiter * W&K – Ute Brandhuber-Schmelzinger