Das Salzburger Bildungswerk präsentiert ein neues Angebot: „Einfach anders leben“ – aber wie? Für unser Thema des Jahres 2023 haben wir uns mit der Frage auseinandergesetzt, wie ein nachhaltigeres Leben möglich sein kann. Dafür haben wir spannende Persönlichkeiten aus und um Salzburg gesucht – und gefunden! Sie alle führen ein Leben abseits der Norm und haben Geschichten zu erzählen, die die Zuhörenden zu regen Diskussionen verleiten werden.
Die Energiepolitik in Salzburg leidet nicht an ambitionierten Programmen und Zielsetzungen, aber an Umsetzungskapazität für diese Ziele. Will Salzburg seine Klimaziele erreichen, muss es unter der Voraussetzung eines nicht weiter steigenden Energieverbrauchs seine regionale Aufbringung aus erneuerbaren Energien VERDOPPELN – das entspricht der Jahreserzeugung von ca. 120 Salzachkraftwerken. Es geht also um ein großes Vorhaben das sich die Politik selbst vor genommen hat, dessen Erreichung sie in den letzten Jahren jedoch eher behindert hat.
Bei der Pressekonferenz mit https://salzburg.klimaneutral2040.at am 30.4.2023 wurden einige allgemeine Ziele und Forderung formuliert. Hier ein Positionspapier von Franz Kok (Foto: Ökostrombörse), Politikwissenschaftler, Obmann der Ökostrombörse und Mitglied von Scientists for Future:
Die Energiepolitik in Salzburg leidet nicht an ambitionierten Programmen und Zielsetzungen aber an Umsetzungskapazität für diese Ziele. Will Salzburg seine Klimaziele erreichen, muß es unter der Voraussetzung eines nicht weiter steigenden Energieverbrauchs seine regionale Aufbringung aus erneuerbaren Energien VERDOPPELN – das entspricht der Jahreserzeugung von ca. 120 Salzachkraftwerken. Es geht also um ein großes Vorhaben das sich die Politik selbst vor genommen hat, dessen Erreichung sie in den letzten Jahren jedoch eher behindert hat.
Bei der Pressekonferenz mit https://salzburg.klimaneutral2040.at am 30.4.2023 werden einige allgemeine Ziele und Forderung formuliert. Zugleich gibt es zarte Pflanzen einer Umkehr in der ausführenden Energiepolitik des Landes welche ermutigt werden sollen wie etwa die Abkehr von der „Salzburg ist auch ohne Windräder komplett“ Position des Landeshauptmannes zu zuletzt „25 Windräder sind möglich“. Hier eine Liste von möglichen Maßnahmen für die nächste Legislaturperiode in Salzburg welche ich aus meiner Verantwortung als Mitglied der Salzburger S4F so formuliere:
Evidenz- und handlungsorientierte Energiepolitik:
Nachhaltigkeitsmanagement: Alle Ausgabenpositionen des Landesbudgets und Gesetzesvorhaben im eigenen Wirkungsbereich werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Klimawandel dokumentiert.
Erweiterung des derzeit auf Naturschutzfragen beschränkten Wirkungsbereichs der Umweltanwaltschaft auf die bestehenden Zielvorgaben des Landes im Klimaschutz. Verankerung eines Mitwirkungsrechts dieser erweiterten Umweltanwaltschaft auf in die in Pkt. 1 genannten Bereiche und den Vollzug im Wirkungsbereich des Landes in der Verwaltung von Förderungen (Landwirtschaft, Wirtschaft, Wohnbau, Infrastruktur und Umwelt/Soziales) einschließlich der Naturschutzverwaltung.
Erstellung eines jährlichen Klima-Revisionsberichts des Landes Salzburg, in dem Fortschritte und Hindernisse in der Erreichung von Klimaschutzzielen aufgelistet werden und Maßnahmen zur Beseitigung von Hindernissen im Klimaschutz vorgelegt werden.
Sanierungsoffensive und Rechtssicherheit für Nachhaltigkeit:
Erleichterung der Sanierung des Gebäudebestandes durch Typenprüfung von Maßnahmen (Fassadendämmung, Errichtung von PV-Anlagen an Fassaden und Dachflächen, welche nicht älter als 70 Jahren sind) und damit Genehmigungsfreistellung von Sanierungsmaßnahmen auch in Ortszentren und der Salzburger Altstadt in diesem Rahmen. Obligatorische Prüfung der Errichtung von PV-Anlagen auf Dächern von Gebäuden, welche die Altbausanierung unter diesen Voraussetzungen durchführen wollen; Angebot eines Rechtsträgermodells, wenn Eigentümer nicht aus eigenen Mitteln eine solche Ergänzung finanzieren können oder wollen.
Anpassung der Ausweisung von Vorrangzonen des LEP 2022 für Windenergie- und PV-Zonen an die Emergency Verordnung der EU und die UVP-Novelle 2023 mit ihrer Neubewertung von Arten- und Landschaftsschutz. Freigabe der Anzahl von möglichen Windenergieanlagen an Standorten des LEP und möglicher zusätzlicher Standorte weil durch die beschränkte Netzkapazität eine übermäßige Konzentration von Windenergieanlagen nicht zu erwarten ist. Erlassung der notwendigen Richtlinien für die Implementierung des LEP innerhalb 2 Monate nach Beginn der nächsten Legislaturperiode.
Etablierung einer Biomassestrategie für alpine Hochlagen und Unterstützung von Maßnahmen zum Schutz der in Folge der steigenden Waldgrenze zunehmenden Bergwälder bei gleichzeitiger Beendigung des geförderten Schwendens von Hochlagen.
Handlungsfähigkeit für mehr Nachhaltigkeit durch Einbindung der Zivilgesellschaft und Rückzug der Politik aus öffentlichen Unternehmen.
Die Beobachtung des Verhältnisses der Landespolitik zur SalzburgAG als wesentlichem Player für eine regionale Nachhaltigkeitsstrategie (jüngst Verzögerung Projektentwicklung Windpark Lehmberg, Intervention gegen Strompreiserhöhung nach gemeinsamer Präsentation der selben) weist die handelnden Aufsichtsorgane nicht als Kenner der wesentlichen Geschäftsfelder des Unternehmens in der Projektentwicklung und im Energiehandel aus. Die Aufsicht über das öffentliche Unternehmen soll daher künftig an die Erreichung der Energieziele des Landes gebunden sein, jedoch durch unabhängige und mit Sachkenntnis ausgestattete Personen erfolgen.
Schaffung eines gemeinnützigen, ökosozialen Innovationsfonds in Form einer Stiftung, in welche Land und Stadt Salzburg die jährliche Dividende der SalzburgAG einbringen. Gesteuert wird diese Stiftung durch Satzung und einen Beirat aus Vertreter:innen von Politik aus Land/Stadt, Wohnungswirtschaft, Industrie und NGO´s aus dem Bereich Soziales/Umwelt. Aufgabe der Stiftung ist es, Projekte in Industrie/Wirtschaft (Ansiedlung, Produktentwicklung), Infrastruktur (Internet, Mobilität, Bildung) und Wohnen (Kesseltausch, Wärmedämmung, Eigenversorgung durch Gemeinschaftsenergieanlagen) zu fördern, welche dem Klimaschutz dienen. Etablierung einer Infrastruktur für den Betrieb von 48 regionalen Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften zur Nahversorgung mit erneuerbarem Strom aus dem Einzugsbereich der 48 Umspannwerke.
Formierung eines öffentlichen Mobilitätsdienstleisters, welcher als gemeinnütziges Unternehmen aus den bisher von Land und Stadt Salzburg gehaltenen Dienstleistern (Gesamte Mobilitätssparte der SalzburgAG, Parkgaragengesellschaft, S-Link, Flughafen Salzburg, SVV) ein integriertes und ökologisch nachhaltiges Mobilitätsangebot für die Region und darüber hinaus zur Umsetzung der Ziele eines integrierten Mobilitätskonzepts der regionalen Gebietskörperschaften anbietet.
Die Scientists for Future Salzburg haben an die wahlwerbenden Parteien einen umfangreichen Fragenkatalog gesandt. Antworten kamen von ÖVP, SPÖ, Grüne, NEOS, FPÖ und KPÖ. Die Ergebnisse und deren Bewertung durch die Klimabewegung werden demnächst auf der Homepage von Scientists for Future sowie auf www.klimawahlen.atdes Klimavolksbegehrens veröffentlicht.
Am 13. April laden die Scientits for Future gemeinsam mit der Klimabewegung der Fridays for Future zu einer Podiumsgespräch, bei dem zentrale Aussagen diskutiert werden. Über einen offenen Stuhl werden sich auch die VertreterInnen der Salzburger Klima- und Umweltbewegung einbringen. Kommt zahlreich!
Es diskutieren: Wolfgang Mayer (Generalsekretär / Klubobmann ÖVP), Michaela Schmidt (Landtagskandidatin SPÖ), Martina Berthold (Spitzenkandidatin GRÜNE), Andrea Klambauer (Spitzenkandidatin NEOS), Andreas Schöppl (Landtagsabgeordneter FPÖ), Kay-Michael Dankl (Spitzenkandidatin KPÖ).
Du interessierst dich für nachhaltige Gemeinde- und Regionalentwicklung, Klimawandel/-schutz bzw. Energie und suchst eine abwechslungsreiche Aufgabe in einem zukunftsträchtigen Tätigkeitsfeld? Dann sind die Stellenausschreibungen des SIR z.B. zu Klimawandelanpassung oder Energiebuchhaltung genau das Richtige! Das SIR, Salzburger Institut für Raumordnungen und Wohnen, unterstützt und begleitet Gemeinden und Regionen bei ihren Bemühungen, entsprechende Aktivitäten zu setzen. Mehr Infos gibt es auf der SIR-Webseite!
Die österreichischen Klima- und Energiemodellregionen, KEM, arbeiten an der langfristigen Vision aus fossiler Energie auszusteigen und mit den jeweiligen PartnerInnen aus den Regionen werden Projekte zu erneuerbarer Energie, Energieeinsparung, Mobilität usw. umgesetzt. Für die Region Fuschlsee-Wolfangsee wird nun ein KEM-ManagerIn gesucht. Mehr Infos gibt es über den Titellink
Zur Zielerreichung des Landes Salzburg, im Rahmen der Klima- und Energiestrategie Salzburg 2050 klimaneutral zu werden, tragen die Gemeinden und ihre AkteurInnen in ihrer täglichen Arbeit wesentlich bei. Beim „Salzburger Klimatag“ haben sie die Chance sich einen Überblick über die vielfältigen Angebote für Gemeinden zu verschaffen und Kontakte zu knüpfen – von e5 über Agenda 21, über LEADER und KEM, bis zur Energieberatung, usw.
Gemeinsam mit dem SIR vergibt die Ökostrombörse Salzburg wir in den Energieschub in Höhe von 10.000€ an Projekte, die einen wichtigen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft im Bundesland Salzburg leisten.
Die Jury hat im Vorfeld die 10 besten Projekte ausgewählt und zur Prämierung am Dienstag 14.03.2023 19:00 Uhr, nach St. Virgil eingeladen. Allen eingeladenen Projekten sind € 500,00 fix, die restlichen € 5.000,00 werden mittels Publikumsvoting an die Projekte verteilt.
LH Stv.in Mag.a Martina Berthold, MBA gibt uns dabei die Ehre und wird die Siegerehrung übernehmen.
Auch als nicht Projekteinreicher kann man an der Veranstaltung in St. Virgil teilnehmen um die Siegerprojekte kennen zu lernen und an dem Fest teilzunehmen. Für eine kleine, feine Verpflegung ist gesorgt.
Achtung, limitiertes Platzangebot, die Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich:
Der Energieschub ist ein Projekt von Ökostrombörse Salzburg & Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen und wird vom Ökocent finanziert. Mehr siehe Folder
Mitglieder von Scientists for Future Salzburg haben an die wahlwerbenden Parteien einen Fragenkatalog zu 12 Themenbereichen versandt. Die insgesamt 25 Fragen reichen von Energie- und Mobilitätspolitik bis hin zu Artenvielfalt. Die Antworten werden von den S4F-Expert:innen ausgewertet und dann der Presse bekanntgegeben. Gemeinsam mit Fridays for Future ist eine Podiumsdiskussion geplant, mit dem Klimavolksbegehren werden die Antworten auf klimawahlen.at gestellt, die Hochschülerschaft plant einen Flyer mit den Positionen der Parteien, der von Studierenden in die Briefkästen der Wohnnachbarn als Wahlhilfe gesteckt werden kann.
Das Redaktionsteam für den Fragenkatalog bestand aus Dr. Markus Gastinger, FB Politikwissenschaft, Univ.Prof. Dr. Christoph von Hagke, FB Umwelt und Biodiversität, Mag. Hans Holzinger, ehemals wissenschaftlicher Mitarbeiter der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Dr. Gunter Sperka, ehemals Klimakoordinator des Landes Salzburg. Weitere Mitglieder steuerten ergänzende Beiträge bei.
Die Scientists for Future sind ein Zusammenschluss von Wissenschaftler:innen, die die Klimabewegung faktenbasiert mit wissenschaftlicher Expertise unterstützen. Das Engagement der Mitglieder ist ehrenamtlich, Projekte wie die Befragung zur Landtagswahl erfolgen anlassbezogen. Mit Veranstaltungsreihen wie „Wissen4Future“ und „Talk4Future“ wird Informationsarbeit geleistet.
DI Markus Schwarz, Experte für Energiegemeinschaften beim Salzburger Institut für Raumordnung SIR, referiert am 2. März in Seekirchen über Möglichkeiten des Energietausches. Dabei wird auch sondiert, welche Rolle die Gemeinde spielen könnte. Fragen bitte senden an Irene Bäuchler, energie-seekirchen@gmail.com
Jahrzehntelang hat die Wissenschaft in der Klimakrise informiert, gemahnt, erklärt und geforscht. Und sie hat geduldig gewartet, bis Politik, Wirtschaft und Gesellschaft endlich die richtigen Schlüsse ziehen und die notwendigen Handlungen setzen. Doch nun läuft uns die Zeit davon. Bereits 2025 wird Österreich sein Budget für das 1,5°C Limit aufgebraucht haben. Rund um 2028 wird das globale Budget verbraucht. Das Wohl und die Zukunft der kommenden Generationen steht auf dem Spiel. Milliarden von Menschenleben sind gefährdet. Ja sogar das Überleben der Menschheit selbst könnte in Gefahr sein. Darf die Wissenschaft da noch still halten? Wie weit dürfen Wissenschaftler:innen angesichts dieser Bedrohungen gehen? Wie weit müssen Wissenschaftler:innen gehen, um nicht zu Kompliz:innen einer schlafenden Gesellschaft zu werden? Oder gefährdet überzogener Aktivismus die Reputation und Glaubwürdigkeit der Wissenschaft, die in dieser Krise dringend gebraucht wird? Was ist zu wenig, was geht zu weit?
Über diese Fragen diskutieren: – Dr. Renate Christ (ehem. Leiterin des IPCC Sekretariats) – Dr. Christa Schleper (Universität Wien, Witgensteinpreisträgerin) – Dr. Ivo Ponocny (Modul University Vienna) – Prof. Reinhard Steurer (BOKU)
Klebe- und Schmieraktionen einiger Klimaaktiven haben viel Aufmerksamkeit bekommen. Die wichtige Rolle der Fridays for Future droht dabei im medialen Rauschen unterzugehen: Die Fridays haben großes Potenzial, vielleicht sogar das größte Potenzial, um breite Mehrheiten für wirksame und schnelle Klimaschutzmaßnahmen zu finden.
Wir sollten die Fridays in der Öffentlichkeit unterstützen. Das war vor vier Jahren der Anlass zur Gründung von S4F. Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen können wir die öffentliche Diskussion auf wichtige Punkte lenken, um Klimamaßnahmen effektiver zu machen.
Für unsere Pressemitteilung nächste Woche vor dem Klimastreik am Freitag brauchen wir so viele Unterschriften wie möglich. Damit senden wir ein Signal an die Fridays, dass wir sie sie unterstützen. Und lasst uns zugleich mit dem Brief ein klares Signal auch an die Bundesregierung und die Öffentlichkeit senden.
Pietro P. Altermatt, Franz Baumann, Ulrich Brand, Friedrich J. Bohn, Kirsten von Elverfeldt, Reinhard Guthke, Gregor Hagedorn, Claudia Kemfert, Jürgen Scheffran, Urban Weber