Am Montag, den 20. Jänner 2025 findet unser nächster Jour fixe statt. Wie immer um 11 Uhr in der Mensa der NAWI. Wir sprechen über geplante Aktivitäten in diesem Jahr.
Ebenfalls am 20.1. findet in der Robert-Jungk-Bibliothek ein Vortrag des Soziologen Ingolfur Blühdorn zum Thema „Große Transformation“ statt. Vor Ort ausgebucht, Online-Teilnahme noch möglich.
Im Rahmen der Ringvorlesung klima.wandel.bildungfinden die letzten Vorträge des Semesters statt. Die Themen: Klimagerechtigkeitsbewegung (15.1.), Klima & Comics sowie Klima & Tourismus (jew. 22.1.). Beginn: 17.15, NAWI.
Die Klimaökonomin und S4F-Mitglied Sigrid Stagl wurde zur Wissenschaftlerin des Jahres 2024 gewählt – wir gratulieren herzlich! In einem offenen Brief, initiiert von der Ökonomin Sigrid Stagl, äußert sich eine Gruppe von führenden österreichischen Wissenschaftler:innen auf Grund ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit besorgt über die derzeitigen Regierungsverhandlungen.
Wie kann man Menschen für Klimabildung motivieren? Darüber hat Marlene Klotz mit Sabrina Riedl vom Fachbereich „Klima & Nachhaltigkeit“ im Salzburger Bildungswerk gesprochen. Die Expertin empfiehlt kreative Mitmach-Formate, Klima als Querschnittsthema anzugehen und mit Vorbildern und Change Makern zu arbeiten.
Jährlich stellt das Team der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) an die 150 Fachbücher in seinem Buchmagazin für zukunftswesende Debatten – prozukunft vor. Daraus werden jeweils „10 beste Klimabücher des Jahres“ ausgewählt und in einem JBZ-Arbeitspapier publiziert. Die Themen der heurigen Auswahl sind divers: Es geht um ein wachstumsunabhängiges, auf die Grundbedürfnisse fokussiertes Wirtschaften (Katharina Mau: Das Ende der Erschöpfung), um Klimamigration (Gaia Vince: Das nomadische Jahrhundert), um die viel zu geringen MIttel für Klimawandelanpassung für die Länder des Globalen Südens (Friederike Otto: Klimaungerechtigkeit) oder um Arbeit im Kontext der Klimakrise (Simon Schaupp: Stoffwechselpolitik) – um nur einige zu nennen. Das Arbeitspapier kann im Link oben kostenlos downgeloadet werden bzw um 3,90 als Printausgabe bezogen werden.
Vorstellung der Bücher auf JBZ-TV: Miriam Nichtl von der JBZ, selbst Mitglied der Psychologists for Future, und Hans Holzinger, Senior Adviser der JBZ und Mitglied von Scientists for Future, stellen die 10 Klimabücher in einem Video auf JBZ-TV vor. Anzusehen über den Link.
Beim Jour Fixe der Scientists for Future am 11. November 2024 hat Horst Köpfelsberger den vor kurzem neu gegründeten Verein„Unternehmer_innen for Future“vorgestellt. Ziel sei es, die Klimawende als Zukunftschance auch für Unternehmen in die Öffentlichkeit zu bringen. Auf der Homepage findet man den Vorschlagskatalog der U4F, die derzeit dabei sind, sich in der Öffentlichkeit zu positionieren und Netzwerke zu knüpfen..
Eine Debatte über das Ergebnis der S-LInk-Abstimmung führte zum Entschluss, mit einer Presseaussednung unsere Forderungen für neue Verkehrslösungen zu unterstreichen. Nun geht es darum, dass Stadt und Land Salzburg gemeinsam nachhaltige Wege gehen. In einer von der Stadt Salzburg beauftragten „Schweizer Studie“ steht Vieles zu O-Bus und Regionalbus, sie ist in den Salzburger Nahverkehrsplan eingeflossen. Schnelle Maßnahmen bietet das Parteiübereinkommen Stadt Salzburg (Verkehr und Mobilität ab S.10), weiters die derzeit aktualisierte Radverkehrsstrategie Salzburg sowie der Masterplan Gehen Salzburg.S4F sind bereit, in ihren Möglichkeitenmit fachlicher Expertise zu den bereit. An einr Begrenzung des Autoverkehrs führt aus Sicht der S4F kein Weg vorbei.
Der von den Scientists for Future vorgeschlagene und von der Universität gesponserte Veggie-Monat im OKtober war ein großer Erfolg, berichtete der Nachhaltigkeitskoordinator der Universität Simon Oberhaus. In der Mensa der Natur- und Lebenswisenschaftlichen Fakultät wurden in diesem Monat zu 80 Prozent vegetarische und vegane Menüs bestellt. Die S4F freuen sich, wenn die Aktion fortgeführt wird.
Lara Laik berichtete von der AlmZeit2 von Scientists for Österreich gemeinsam mit dem Fachbeirat, bei dem u.a. über einen wertschätzenden Umgang miteinander gesprochen . Es wurde ein Dokument über einen achtsamen Dialog verteilt.
Als nächster Jour Fixe wurde der 16.12. wiederum 11 Uhr in der NAWI-Mensa vereinbart, bei dem u.a. über die neue Radstrategie der Stadt gesprochen werden soll. Bei einem Roundtabel von Smart City Salzburg am 12.12. 9-12 Uhr wird über Fahrradstädte berichtet. Max. 40 Teilnehmer:innen vor Ort sind möglich. Verbindliche Anmeldung bis Donnerstag, 5. Dezember 2024 unter birgit.danninger@salzburg.gv.at.
Der sozialökonomische Betrieb AndersKompetent zeichnet sich seit vielen Jahren durch Nachhaltigkeit aus. Gemeinsam mit der KEM Pinzgau lädt Oberrain AndersKompetent am 19. Dezember zum Austausch mit anderen Unternehmen und Interessierten ein.
Ein umfangreiches Programm zum Thema „Klima verstehen“ wird vom 11.-15. Jänner 2025 im NEXUS Saalfelden geboten – von Voträgen über Science Busters-Kabaraett bis hin zu einem Klima-Pup-Qiuz. Veranstaltet von der Klima+ und Energiemodellregion Pinzgau mit Partner.
Klimabildung erfordere ein Basisverständnis über die Prinzipen des Klimasystems ebenso wie über die möglichen Auswirkungen der Erderwärmung auf unsere Gesellschaft, so Angela Hof von der Universität Salzburg in einer Veranstaltung der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen am 4. November 2024, moderiert von Carmen Bayer. Doch sowohl die Lehrpläne der Schulen als auch das Wissen der Schüler und Schülerinnen seien nach wie vor lückenhaft. Laut einer internationalen Erhebung der UNESCO würden international zwei Drittel der Lehrpläne die Themen Klimawandel, Umwelt und Nachhaltigkeit nur wenig thematisieren, so die Expertin. Hier geht es zum Video mit Angela Hof.
Und die Wissensdefizite der SchülerInnen seien ebenfalls groß: Eine österreichisch-deutsche Studie habe ergeben, dass nur etwa die Hälfte der befragten SchülerInnen eine angemessene Vorstellung über die menschengemachte Erderwärmung hat. Aufschlussreich war auch eine von Hof zitierte Studie über die sehr heterogenen Einstellungen von Jugendlichen zum Klimawandel: 25 Prozent seien unmotiviert, 21 Prozent besorgt und auch aktiv in der Klimabewegung, 40 Prozent wüssten Bescheid und versuchten im Alltag klimafreundlicher zu leben, ganze 14 Prozent fühlten sich angesichts des Klimawandels aber gelähmt (siehe Bilder).
Die Erwartungen an die Klimabildung seien hoch, es gäbe aber eine „Intentions-Verhaltens-Lücke“, Wissen allein führe nicht zum Handeln, Ängste könnten auch Abwehr hervorrufen, zudem wirke die Angst vor Veränderung oftmals als Handlungsbremse, so Hof weiter. Es sei wichtig, zu informieren und zu motivieren, statt zu alarmieren. Wir sollten Werte ansprechen, da diese die Basis unseres Handelns seien; wir sollten Fragen stellen statt andere zu belehren und es gehe darum Lösungen anzubieten und die Selbstwirksamkeit zu stärken. Auch an der Universität selbst gibt es zahlreiche Angebote, etwa Ringvorlesungen wie „Klima.Wandel.Bildung“.
Klimabildung in der Praxis – Angebote des Haus der Natur
Elisabeth Scheicher, zuständig für Natur- und Umweltbildung im Haus der Natur, berichtete von den Workshops, die sie für Salzburger Schulen kostenfrei zu den Themen Klima und Naturschutz anbieten. Wichtig sei, mit den Jugendlichen über die Wirksamkeit unterschiedlicher Maßnahmen zu sprechen, auch Ängste zu thematisieren und die kollektive Wirksamkeit zu stärken, in dem etwa gezeigt wird, dass an vielen Schulen Aktivitäten stattfinden. Als Herausforderung nannte Scheicher, dass junge Menschen sich mittlerweile mehr Informationen über Medien, vor allem Youtube und Social Media, holen als über die Schule.
Erwachsene erreichen – die Angebote des Salzburger Bildungswerk
Wichtig ist auch die Thematisierung von Umwelt- und Klimafragen mit Erwachsenen. Sabrina Riedl informierte über die diesbezüglichen Aktivitäten des Salzburger Bildungswerks. Da es in 95 der insgesamt 119 Salzburger Gemeinden Bildungswerke gäbe, bestehe die Möglichkeit, auch am Land Veranstaltungen anzubieten. Vorträge und Workshops können für die Gemeinden kostenfrei gebucht werden – die Themen reichen von Klima und Energie über Naturschutz und Biodiversität bis hin zu Neuansätzen eines anderen Wirtschaftens. Besonders wichtig sei, positive Impulse und Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln, so Riedl, was etwa in Angeboten zum Thema „Einfach anders leben“ sowie mit der Vernetzung von Initiativen umgesetzt werde. Riedl verwies zudem auf zwei Homepages zum Thema: auf KlimabildungSalzburg sowie den Salzburger Atlas für nachhaltige Entwicklung. Für 16. Mai 2025 ist erstmals ein Salzburger Aktionstag für Nachhaltigkeit unter dem Motto „Aufbruch für ein besseres Leben für alle“ geplant.
Klimabildung mit und für Lehrlinge
Eine meist übersehene Gruppe, wenn es um Umwelt- und Klimabildung geht, sind Lehrlinge. Gregor Wimmer von der Initiative „Nachhaltige Lehre“ will hier Abhilfe schaffen. In ganztägigen Workshops zu den Themen Nachhaltigkeit und Klima an Betrieben in ganz Österreich werden auf kreative und interaktive Weise Wissen und Werte vermittelt. Aufgrund einer Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft können die Workshops von Unternehmen kostenfrei gebucht werden. Für Unternehmen würden diese Angebote immer wichtiger, da EU-Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie zur Sorgfaltspflicht – Stichwort Lieferkettengesetze – mehr Kompetenzen in diesen Bereichen erforden, da mache es Sinn, Lehrlinge gleich miteinzubeziehen, so Wimmer in seinem Input.
Resümee: Klimabildung ist wichtig, aber gefordert sind politische Weichenstellungen
Die Veranstaltung ist eine bewährte, bereits zum siebten Mal stattgefundene Kooperation zwsichen der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen und der Universität Salzburg, in der Forschung auf Bildung und Praxis trifft. Die vom Land Salzburg im Rahmen der Klima- und Energiestrategie 2050 geförderten Aktivitäten werden – so ist zu hoffen – auch in den nächsten Jahren fortgeführt. Klima- und Nachaltigkeitsbildung sind wichtig, da die SchülerInnen und Studierenden von heute die EntscheidungsträgerInnen von morgen sein werden. Die Hauptaufgabe für die Transformation liegt jedoch bei den heute Erwachsenen, denn die Zeit drängt – wir brauchen Veränderungen in den Unternehmen, der Verwaltung, der Politik, nicht zuletzt im Finanzsektor, dem es obliegt, die Finanzströme auf nachhaltige Sektoren zu lenken.
Das Team der Veranstaltung (v. l.n.r.): Gregor Wimmer (Nachhaltige Lehre), Sabrina Riedl (Salzburger Bildungswerk), Angela Hof (Universität Salzburg), Elisabeth Scheicher (Haus der Natur), Hannah Neuper (Land Salzburg), Isabella Uhl-Hädicke (Universität Salzburg), Carmen Bayer (Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftfragen)
Das Ausmaß und die Folgen der Klimakrise zu vermitteln bringt viele Hürden mit sich, ist aber wichtiger denn je. Neben der Komplexität des Themas sind es auch individuelle Faktoren, welche im Bereich der Klimabildung berücksichtigt werden müssen. Wie gelingt es Klimabildung so zu gestalten, dass sie wirkt? Welche Fähigkeiten sollten neben der reinen Wissensvermittlung noch weitergegeben werden? Darüber hinaus stellt sich die Frage der Erreichbarkeit – wer kommt wie zu Informationen zur Klimakrise?
Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts Together 2050 statt, welches eine Kooperation mit SALZBURG 2050, der Klima- und Energiestrategie des Landes Salzburg und der Universität Salzburg darstellt.
Klimabildung richtig gemacht mit Angela Hof, Universität Salzburg | Elisabeth Scheicher, Natur- und Umweltbildung im Haus der Natur | Gregor Wimmer, Nachhaltige Lehre | Sabrina Riedl, Salzburger Bildungswerk, Fachbereich Klima und Nachhaltigkeit JBZ Projekte des Wandels 91 | MO 04.11.2024 | 19:00
Am 19. September 2024 fand in der Salzburger Stieglbrauerei die 6. Leopold Kohr-Summerschool statt, die unter dem Titel „Bildung für eine genügsame Lebens- und Wirtschaftsweise“ stand. Die Veranstaltung wurde von Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter organisiert.
Bildung findet nicht nur in Schulen oder Universitäten statt, sondern auch an außerschulischen Lernorten wie in der Wirtschaft oder in Gemeinschaftsgärten. In gemeinschaftlichen Bemühungen kann jede Person zur Veränderung beitragen.
Die Veranstaltung, moderiert von dem deutschen Wachstumskritiker Niko Paech, widmet sich den verschiedenen Lernorten, an denen man Genügsamkeit praktizieren kann – einer für die Zukunft wesentlichen Kernkompetenz. Diese Bildung kann sowohl in traditionellen Bildungseinrichtungen als auch in innovativen Formaten vermittelt werden. Thomas M. Weiger, der Nachhaltigkeitskoordinator der Paris-Lodron-Universität Salzburg, berichtete von den Initiativen der Universität. Sarah Friembichler präsentierte Bildungskonzepte, die im Werkschulheim Felbertal gelehrt und praktisch angewendet werden, um den Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für nachhaltige Praktiken zu vermitteln.
Außerschulische Lernorte spielen eine ebenso entscheidende Rolle auf dem Weg zu Nachhaltigkeit und Suffizienz. Susanne Erhart und Andreas Auer vom Verein frauenanderskompetent zeigen mit ihren sozialökonomischen Betrieben, wie Nachhaltigkeit, Genügsamkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang gebracht werden können. Ihre Mitarbeiterinnen fungieren außerdem als Botschafterinnen für andere Betriebe und tragen zur Verbreitung nachhaltiger Ideen und Praktiken bei. Christian Lorenz Müller gab in einer Lesung aus seinem neuen Buch „Die Radieschen-Revolution“ poetische Einblicke in die Zusammenarbeit im Gemeinschaftsgarten.
Das Fazit der Summerschool ist klar: Utopien wurzeln in der Erde und müssen mit praktischen, handlungsorientierten Ansätzen genährt werden, um in der realen Welt Früchte zu tragen.