Online-Ringvorlesung zu „Klimagerechtigkeit und Religionen“ der Theologischen Fakultät der Universität Wien

Die Theologische Fakultät der Universität Wien bietet im Wintersemester 2023/2024 eine Ringvorlesung zu „Klimagerechtigkeit und Religionen“, die online verfolgt werden kann.

Die Ring-VO möchte einerseits die grundsätzlichen Zugänge von Religionen zur Frage von Klimagerechtigkeit und Schöpfungsverantwortung aufzeigen. Andererseits soll durch das Einbeziehen von Vertreter:innen der Religionen sowohl aus dem Verantwortungsbereich wie auch aus den operativen Stellen die Aufmerksamkeit geweckt werden für den konkreten Beitrag der Religionen. 

Die Ringvorlesung besteht aus einem Eröffnungs- und einem Schlusspodium mit mehreren Diskutant:innen sowie aus 10 Vorträgen von Wissenschafter:innen unterschiedlicher theologischer und religionsbezogener Fächer. Bei jeder Veranstaltung wird es auch die Möglichkeit zur Diskussion von Referent:innen und Teilnehmer:innen geben.

Salzburger Umwelt- und Nachhaltigkeitsvernetzung (SUN) – nächster Workshop 16.10. 18.00

Die Salzburger Umwelt- und Nachhaltigkeitsvernetzung (SUN) dient dem Austausch von Gruppen, die sich in Salzburg in den Bereichen Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit engagieren. Es werden Infos über Projekte, Kampagnen und Veranstaltungen ausgetauscht sowie Strategien reflektiert. Auch dieser Workshop hat ein Schwerpunktthema, nämlich das Wechsel- und Spannungsverhältnis von Klima- und Naturschutz. Im zweiten Teil besteht die Möglichkeit zum Austausch unter den Initiativen.

Zum Wechselverhältnis von Klima- und Naturschutz.
Salzburger Umwelt- und Nachhaltigkeitsvernetzung – SUN

Mit Inputs von Andreas Tribsch | Biodiversitätsexperte und Franz Kok | Experte für Erneuerbare Energie.
Anschließend Austausch unter den Gruppen. Get together mit Brötchen und Getränken.
Leitung: Michaela Hinterkörner | JBZ und Hans Holzinger | Senior Adviser der JBZ
JBZ Projekte des Wandels 81 | MO 16.10.2023 | 18.00 – 21.00

Ort: Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen
Robert-Jungk-Platz 1 | Strubergasse 18/2 | 5020 Salzburg

Der Eintritt ist frei!
Anmeldungen sind hier möglich.

Neue Verkehrserhebung in Salzburg: Rad und ÖV nehmen zu, aber ebenfalls der Autoverkehr

Alle zehn Jahre führt das Land Salzburg eine große Verkehrserhebung durch. Nun wurden die Daten für 2022 publiziert. Hier findet ihr die zentralen Ergebnisse.

  • 2022 wurden von den Salzburger:innen rund 19,2 Millionen Kilometer an einem durchschnittlichen Werktag zurückgelegt, ein Plus von 22 Prozent zu 2012.
  • Knapp elf Millionen Kilometer wurden am Steuer eines PKW zurückgelegt, ein Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zu 2012.
  • Der Radverkehr hat sich im selben Zeitraum um 92 Prozent auf 900.000 Kilometer erhöht, die Fußwege um 82 Prozent auf über 500.000 Kilometer.
  • Der öffentliche Verkehr hat mit einem Plus von 42 Prozent auf rund 4,2 Millionen Kilometer pro Werktag zugenommen.
  • An die 60 % der Wege wurden 2012 im Bundesland Salzburg mit dem Auto zurückgelegt, 2020 ist der Anteil auf 55 % zurückgegangen. Das klingt nicht schlecht. Doch: Die insgesamt sind die gefahrenen Autokilometer weiter erheblich gestiegen!
  • Der Anstieg der insgesamt zurückgelegten Wege um ca. 4 Mio. Kilometer ist allein auf den Freizeitverkehr zurückzuführen, beim Pendlerverkehr wurde ein leichter Rückgang um 3 % verzeichnet. Gründe sind die Zunahme von Homeoffice sowie der demografische Wandel.
  • In der Stadt Salzburg wurden 2012 44 % der Wege mit dem Auto, je knapp 20 % mit dem Rad oder Zu Fuß sowie knapp 15 % mit dem ÖV. 2022 ist der Umweltverbund von 54 % auf 62 % gestiegen, damit wurde der Wert von 1995 (61%) wieder erreicht. Aber auch hier täuschen die Prozentangaben: denn absolut ist auch der Autoverkehr in der Stadt weiter gestiegen.

Verkehrsreferent LH-Stv. Stefan Schnöll spricht vom „Beginn der Mobilitätswende“ in Salzburg (SN 6.10.2023) Das wird mit einer Grafik, die die prozentuellen Zunahmen bei ÖV und Radverkehr zeigt, illustriert (s.u.).

Einschätzung: Die Zunahme der mit ÖV und Rad zurückgelegten Entfernungen ist erfreulich, aber die weitere starke Zunahme der gefahrenen Autokilometer sowie ihr nach wie vor größter Anteil an den Wegen ist mit den Klimazielen NICHT vereinbar. Hohe Prozentzuwächse klingen gut, verschleiern aber die absoluten Größenordnungen. 92 Prozent Zunahme im Fahrradverkehr sind begrüßenswert, dürfen aber nicht vergessen machen, dass noch immer mehr als 10 Mal so viele Tageskilometer mit PKWs, LKWs und Mopeds zurückgelegt werden – dies fast ausschließlich mit Verbrennungsmotoren und damit starkem CO2-Ausstoß. Gegenüber den Öffis sind es zweieinhalb Mal so viel. Und mit 1,24 Mio. Tageskilometern ist der Zuwachs bei den Öffis weiterhin geringer als beim Individualverkehr mit plus 1,33 Mio. Tageskilometern. Eine tatsächliche Mobilitätswende würde bedeuten, dass sich die Verhältnisse umkehren.

Infografik Mobilitätsstudie Zurückgelegte Kilometer nach Verkehrsmittel An einem durchschnittlichen Werktag legten die Salzburgerinnen und Salzburger im Vorjahr 45,5 Prozent der Gesamtanzahl ihrer Wege am Steuer eines PKW zurück. 2021 lag dieser Anteil noch bei 49 Prozent. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege deutlich von 10,7 auf 12,9 Prozent. Stand 05.10.2023 web_infografik

BNE-Online-Akademie „Re:create our future – Bildung für eine klimagerechte Gesellschaft“

Unter dem Motto „Re:create our future – Bildung für eine klimagerechte Gesellschaft“ setzt die BNE-Online-Akademie 2023 kreative Impulse, wie Zukunft neu gedacht und durch Bildung gestaltet werden kann. Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich auf vielfältige Weise mit einer klimagerechten Zukunft auseinanderzusetzen und die Dynamik von Veränderungsprozessen hautnah mitzuerleben. Neben theoretischen Inputs von Expert:innen bieten praxisorientierte Online-Workshops rund um die Themen der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs), Klimaschutz und Kreislaufkultur die Möglichkeit, neue Ideen für die eigene Bildungsarbeit zu sammeln.

Die BNE-Online-Akademie soll einen digitalen Lern- und Erfahrungsraum öffnen, in dem Lehrende auch zu Lernenden werden und durch methodischen Input in ihrer Rolle als Multiplikator:innen bestärkt werden.

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„Klimafreundlich leben“ – Angebote des Salzburger Bildungswerks in erweiterter Auflage erschienen

In den in erweiterter Neuauflage erschienenen Broschüren „Einfach anders leben“ und „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft.“ bietet das Salzburger Bildungswerk spannende Vorträge, Workshops und Filme zum Buchen an. Mit an Bord sind zahlreiche Referierende, Klimabündnis, Energieberatung sowie Südwind Salzburg

Da das SBW Bildungspartner der Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050 ist, können die Angebote von Vereinen, Umwelt-, Klimainitiativen, etc. über unsere örtlichen Bildungswerke im gesamten Bundesland Salzburg kostenlos in Anspruch genommen werden.

Nähere Infos gibt es bei Sabrina Riedl.

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Wiener Ärztekammer unterstützt Klimabewegung – auch Salzburger Ärztekammer wurde angefragt

Seit der Solidarisierung der Wissenschaft mit den Forderungen der friedlichen Klima-Aktivisti:innen im Jänner 2023, der Solidarisierung der Österreichischen Universitätenkonferenz, der Solidarisierung der ersten Landeshauptstadt (Bregenz, April 2023) schwillt der Strom der Verbände und Vereinigungen immer mehr an, die die Klimagerechtigkeitsbewegung offen unterstützen. Von den Landesärztekammern hat nun also die Wiener den ersten Schritt gemacht und eindeutig für das Überleben und die Gesundheit der Bevölkerung und gegen die Kriminalisierung der warnenden Aktivisten und Aktivistinnen Stellung bezogen. In einem Offenen Brief fordern nun verschiedene „for Future“-Initiativen auch die Salzburger Ärztekammer zu einer Unterstützung auf.

„Die Klimakrise findet jetzt statt“ – Die Berliner Autorin und Klimajournalistin Sara Schurmann zu Gast im Emailwerk Seekirchen.

Wir reden zwar über den Klimawandel und wir spüren ihn auch bereits, aber als sich zuspitzende Krise lassen wir ihn nicht so recht an uns heran. Emotionale Verdrängung ist noch immer angesagt. Genau da setzt die Berliner Klimajournalistin Sara Schurmann an. „Wir kennen zwar  viele einzelne Informationen zur Klimakrise, psychologische Abwehrmechanismen halten unser Hirn aber davon ab, die tatsächliche Gefahr zu erkennen“, so die Autorin des Buches „Klartext Klima“ in ihrem Vortrag jüngst im Emailwerk Seekirchen. Die Verwirrungstaktiken der Fossil-Lobby seien noch immer erfolgreich. Es werde zwar berichtet, aber anders als in der Corona-Krise werde die Klimakrise nicht ihrem Ausmaß entsprechend abgebildet.

Planetare Krisen seien jedoch keine Krisen wie andere auch: „Sie stehen in einer doppelten Beziehung zu allen möglichen Themen: Ernährung, Mobilität, Wohnen, Wirtschaft, Konsum – alle diese Bereiche haben einerseits einen Einfluss auf die Klimakrise – und andererseits die Klimakrise Auswirkungen auf sie.“ Besonders betonte Schurmann die Gefahr von Kipppunkten, die zu einer raschen Beschleunigung von Extremereignissen führen können.

Warum reagieren wir nicht konsequenter?

 Seit 50 Jahren werde regelmäßig über den Klimawandel berichtet, viele hätten daher den Eindruck, das Problem halbwegs einschätzen zu können. Doch: „Wir haben gesellschaftlich nicht mitbekommen – oder verdrängt -, dass sich der Klimawandel in diesen fünf Jahrzehnten zu einer lebensbedrohenden Klimakrise ausgewachsen hat.“

Zudem werde die Klimakrise meist als “weit weg” missverstanden, sie betreffe “kommende Generationen”. Das sei nicht falsch, aber verdränge, „dass wir bereits mittendrin sind“. Der Verweis auf kommende Generationen suggeriere, dass auch die Lösung noch Zeit habe – Stichwort “2050”. Zudem hoffen wir, dass es uns selbst nicht so schlimm erwischen würde. Als Verzögerungstaktikten nannte Schurmann die Betonung möglicher Nachteile von Klimaschutzmaßnahmen („Zu teuer“), das Verweisen auf Scheinlösungen („Bitte nicht zu radikal“) sowie auf andere („Was können wir schon ausrichten“). Nicht zuletzt gehe es um vorschnelles Kapitulieren („Das wird eh nichts“).

Bewusstseinswandel in den Redaktionen nötig

Schurmann kritisierte die Klimaberichterstattung in den Medien: „Wir begegnen Klimapolitik oft mit Politikjournalismus und nicht mit Wissenschaftsjournalismus.“ Unterschiedliche Meinungen würden gleichberechtigt nebeneinandergestellt – doch wissenschaftliche Fakten seien keine Meinung. Im Wissenschaftsjournalismus lasse sich so etwas wie Neutralität, wenn überhaupt, am wissenschaftlichen Konsens messen. Bei naturwissenschaftlichen Problemen unterschiedliche (politische) Positionen gleichberechtigt nebeneinander zu halten, sei nicht neutral, sondern verzerrend, sie einzuordnen ein wichtiger Teil der journalistischen Aufgabe, so die Mitbegründerin des Netzwerks Klimajournalismus.

„Strukturelle Probleme müssen strukturell gelöst werden“, so Schurmann weiter: Es brauche einen grundlegenden Bewusstseinswandel in den Redaktionen. Dafür seien drei Elemente wichtig: Eine entsprechende Debatte, etwa durch Leserbriefe an die Medien, Aus- und  Fortbildungen für Journalistinnen und Journalisten sowie entsprechende Strukturen und Ressourcen in den Redaktionen. Ziel müsse sein, die Klimakrise und andere planetare Krisen immer und überall da mitzudenken, wo es nötig sei. Die Klimakrise habe schon heute massive Auswirkungen, auch in Österreich: Dürren, Waldsterben, Hitzetote, Sturmschäden, Überflutungen, Murenabgänge. Wichtig sei das Herunterbrechen auf das eigene Leben: „Dürren gefährden die Lebensmittelpreise und Trinkwasserversorgung, Hitzewellen die eigene Gesundheit oder die der Eltern, Stürme, Fluten, Waldbrände das eigene Haus.“

Was können wir tun?

Die wesentlichen Lösungen seien bekannt und bereit, so Schurmann: „Es braucht umfassende strukturelle Veränderungen in allen möglichen Bereichen, eine Agrar-, Ernährungs-, Energie-, Bau- und Verkehrswende. Und das so schnell wie möglich.“ Unterschiedlichen Forschungen zufolge seien gesellschaftliche Veränderungen erfolgreich, wenn 3,5 Prozent der Bevölkerung sich aktiv an gewaltfreien Protesten beteiligen und 10 bis 25 Prozent der Bevölkerung ihr Verhalten oder ihre Einstellung ändern. Dies erfordere mehr Engagement auf allen Ebenen, sei aber zu machen. Besonders betonte Schurmann strukturelle Hebel, die jeder in seinem privaten und beruflichen Umfeld habe, indem wir den vermeintlich abstrakten Diskurs in unsere Freundeskreise, Nachbarschaft oder Firma tragen.  Durch den Einsatz vor Ort würden auf lokaler Ebene konkret Emissionen eingespart, Normen und Werte verändert und „so entsprechende politische Veränderungen wahrscheinlicher“.

An die 60 Interessierte waren ins Emailwerk gekommen. Zum Vortrag eingeladen hatten die Klimabündnisgemeinde Seekirchen, Klimabündnis Salzburg, das Salzburger Bildungswerk, attac Flachgau sowie die Kunstbox. Für 2024 ist eine erneute Kooperation geplant. Das Buch „Klartext Klima“ von Sara Schurmann ist im Brandstätter-Verlag erschienen. Moderiert und zusammengefasst hat Hans Holzinger von den Scientists for Future Salzburg.

Fotos: Leo Fellinger
Bericht kunstbox

Internationale Klimapolitik – Handreichungen für Unterricht und Erwachsenenbildung von polis

Die Klimakrise erfordert eine tiefgreifende, international koordinierte Klimapolitik, die eine sozial-ökologische Transformation für eine nachhaltige und solidarische Welt einleitet. Daher ist auch die Politische Bildung aufgerufen, sich diesem Themenkomplex zu stellen und ihn angemessen aufzubereiten.

Für diese Ausgabe von polis aktuell haben Andrea Brait (Universität für Weiterbildung Krems/Universität Innsbruck) und Lena Blanke (Universität Hildesheim) zwei umfassende Unterrichtsbeispiele erstellt, die Lernenden relevantes Wissen über den Klimawandel vermitteln und wichtige Demokratiekompetenzen fördern, um sich an demokratischen Diskussionen über die Gestaltung von Klimapolitik zu beteiligen.

Hier geht es zum Heft: polis aktuell 4/2023: Internationale Klimapolitik