Salzburger Aktionstage 2026 „Aufbruch für ein gutes Leben für alle“ – Vielfältiges Programm

Die 2026 zum zweiten Mal stattfindenden Aktionstage „Aufbruch! Für ein gutes Leben für alle“  laden dazu ein, sich mit Veranstaltungen und Aktionen für eine soziale und ökologische Entwicklung einzusetzen. Das Projekt wird vom Arbeitskreis „Klima & Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks getragen und koordiniert.

Die Aktionstage 2026 starten mit dem Earth Day am 22. April und laufen bis 26. April. Auch dieses Jahr beteiligen sich wieder zahlreiche Gruppen mit Veranstaltungen.

Die Veranstaltungen (Stand 28.1.2026)

17. April 2026 18.30 Uhr – Vortrag & Buchpräsentation (Im Vorprogramm)
Auf Entdeckungsreise in die Tier-, Pflanzen- und Pilzwelt des Salzachseegebietes. Mit: Dipl.-Päd. Wolfgang Schruf
Ort: Salzburger Bildungswerk, Strubergasse 18
Veranstalter: Naturschutzbund Salzburg, Salzburger Bildungswerk.
Keine Anmeldung erforderlich

22. April 2026 15:00-18:00 Uhr – Demonstration
Ein Zuhause für Salzburgs Stadttauben.
Einsatz für die versprochene Errichtung von Taubenschlägen und Fütterungsplätzen nach dem Augsburger Modell in der Stadt Salzburg
Ort: Vor dem Schloss Mirabell (Seite Rainerstraße), 5024 Salzburg
Veranstalter: Verein gegen Tierfabriken Salzburg

22. April 2026, 19.00 Uhr – Präsentationen und Gespräch
Engagement (be)lebt.
Seekirchner Vereine stellen sich vor und laden zum Mittun ein

Ort: Stadtsaal Seekirchen, Stiftgasse 1
Veranstalter: Salzburger Bildungswerk Seekirchen in Kooperation mit den vorgestellten Vereinen. Freier Eintritt. Anmeldung

22. April 2026, 20.00 Uhr – Vortrag und Diskussion
Streitpunkt Elektromobilität
Mythen und Vorurteile vs. Chancen für den Klimaschutz
Referent: Leo Fellinger
Ort: Emailwerk Seekirchen, Windhager Straße 7
Veranstalter: Kulturverein KUNSTBOX, LOVELECTRIC – Verein zur Förderung der Elektromobilität. Freier Eintritt. Anmeldung

23. April 2026, 9.00-10.30 Uhr – Buch zum Frühstück
Die Unterwerfung der Natur und andere Krisen
Referentin: Dr.in Birgit Bahtic-Kunrath
Ort: ifz, Dreifaltigkeitsgasse 12, 5020 Salzburg
Veranstalter: ifz Salzburg. Freier Eintritt. Anmeldung

23. April 2026 14.00-15.30 und 15.30-17.00 Uhr – Vortrag & Diskussion
Gemeinwohl statt Wachstum als Wirtschaftsziel – DomeTalk
Inputs: Hans Holzinger (Autor von „Wirtschaftswende), Stefanie Hürtgen (Universität Salzburg), Josef Hörmandinger (IG Demokratie), Sabine Lehner (Gemeinwohl-Ökonomie-Beraterin), N. N. (Wirtschaftskammer). Danach gemeinsame Diskussion.
Ort: Alter Markt, 5020 Salzburg
Veranstalter: Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe Salzburg
Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung erwünscht.

23. April 2026 19.00 Uhr – Vortrag
Zu Fuß über die Pyrenäen
Referentin: Lara Müller
Ort: Landesverband der Pfadfinder, Fürstenallee 45
Veranstalter: Alpenverein Salzburg in Kooperation mit dem Verein Bahn zum Berg. Teilnahme frei, Spenden erwünscht. Keine Anmeldung nötig.

23. April 2026 19.30 Uhr – Film & Diskussion
Purpose – A Wellbeing Economy
Anschließend Diskussion zum Film mit Sabine Lehner (Gemeinwohlökonomie), Hans Holzinger (Autor von „Wirtschaftswende)
Ort: DAS KINO, Giselakai 11, Salzburg
Veranstalter: Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe Salzburg, DAS KINO
Kartenreservierung

23. – 26. April – Pongauer Interkulturelle Tage 2026
Ein gutes Leben für alle – Wir sind Schöpfung
Verschiedene Orte in St. Johann im Pongau
Veranstalter: Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg, Evangelische Kirche in Österreich, Religions for Future, Afro-Asiatisches Institut

24. April 2024, 14:00-16:00 – Konsumkritischer Stadtspaziergang
Kaufen ohne Ende?
Treffpunkt: Schloss Mirabell, Mirabellplatz 4
Ende: Weltladen Linzer Gasse 64
Veranstalter: AAI, INTERSOL, Südwind Salzburg in Kooperation mit Weltladen Salzburg-Linzergasse, FAIRTRADE Stadt Salzburg, Salzburger Armutskonferenz. Anmeldung 

24. April 2026 15.00 Uhr – Radtour & Konzert
Radeln für morgen – Radeln für einen gesunden Boden und gesunde Menschen!
Start 15:00: Treffpunkt Bahnhof Zell am See
16:30: Get-Together mit Konzert von „Happy Hoagascht“ im Stadtpark beim Beach Club. Ende der Veranstaltung: ca. 18:00
Veranstalter: Klimamodellregionen Pinzgau, Südwind Entwicklungspolitik Salzburg

24. April 2026, 19.30 Uhr – Vortrag
Das Leben im Boden, und was wir davon haben
Referent: Dr. Johann Zaller, Ökologe an der Universität für Bodenkultur Wien, Autor von „Unser täglich Gift“
Ort: Biohof Sauschneider, Oberbayrdorf 21, 5581 St. Margarethen im Lungau
Veranstalter: Salzburger Bildungswerk St. Margarethen

25. April 11.55 -15.00 Uhr – Aktion im öffentlichen Raum
„For Future“ – Einsatz für unser Klima
Eine interaktive Aktion für eine wirksame Klimapolitik.
Mit „Fünf vor Zwölf“-Weckerläuten, Reden,  Schöpfungsnetz, Enkeltauglich-Transparent und musikalischen Beiträgen
Ort: Mozartplatz, 5020 Salzburg
Veranstalter: Fridays for Future, Grandparents for Future, Religions for Future, Scientists for Future

25. April 2026 13:00 – 17:00 Uhr – Workshop
Ein guter Boden sorgt für ein gutes Leben!
Was muss man machen, damit die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten bleibt, Feldfrüchte gesund gedeihen und der Humusaufbau gelingt
Ort: Erdlings Acker in der Gänsbrunnstraße in Salzburg-Aigen
Veranstalter: Erdling – Verein für kooperative Landwirtschaft
Anmeldung

25. April 2026 18:00 bis 21:00 Uhr – Exkursion
Was quakt, keckert und schnurrt in der Nacht?
Familienführung zu Amphibien im Zuge City Nature Challenge
Referentin: Hannah Wenng
Ort: Bahnhof Weitwörth-Nußdorf
Veranstalter: Haus der Natur, Land Salzburg
Freier Eintritt. Anmeldung

26. April 2026 10:30 Uhr – Exkursion
Auf Entdeckungsreise in die Tier-, Pflanzen- und Pilzwelt des Salzachseegebietes
Exkursion ins Naherholungsgebiet Salzachseen mit Wolfgang Schruf
Ort: Salzachsee; Treffpunkt: Endstation O-Bus Linie 7 bzw. Parkplatz Badesee
Veranstalter: Naturschutzbund Salzburg 
Kein Beitrag. Anmeldung

Vorankündigung: SOL-Symposium zu Wirtschaft – Wohlstand – Klima 19.20.6.26

Gerne weisen wir auf das nächste SOL-Symposium hin, das vom 19.-20 Juni 2026 im Bildungszentrum St. Bernhard in Wiener Neustadt stattfindet. Es referieren Judith Derndorfer, Ökonomin und arbeitet als Referentin für Verteilungsfragen und Feministischer Ökonomie in der Abteilung Wirtschaftswissenschaften und Statistik der AK, Ilona Otto, Professorin für Gesellschaftliche Auswirkungen des Klimawandels am Wegener Center für Klima und Globalen Wandel an der Universität Graz, Aaron Sterniczky, Professor an der Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Potsdam, sowie Hans Holzinger, Wirtschafts- und Sozialgeograph, Senior Adviser der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Autor mehrerer Bücher, zuletzt „Von nichts zu viel, für alle genug“, „Wirtschaftswende“.  Zudem gibt es spannende Workshops und Gespräche.

Mehr: https://nachhaltig.at/symposium-2026/ sowie https://nachhaltig.at/pdf/symposium2026_bildungsanzeiger.pdf

„Green Finance“, „Klimageschichten erzählt“ u.a. – Neue Online-Workshops von „Hallo Klima!“

Gerne weisen wir wieder auf die neuen Online-Workshops vpn „Hallo Klima!“ hin:

 Administrative Infos zu den Workshops:

  1. Anmeldung unter workshop@halloklima.at
  2. Zoom-Link wird nach Anmeldung zugeschickt
  3. Preis: Spende je nach Selbsteinschätzung – eine finanzielle Unterstützung ist keine Voraussetzung für die Teilnahme.

Ergänzung der S4F zum Räumlichen Entwicklungskonzept: Debatte ja, aber bitte sachlich

„Kein Interesse an Klima-Beitrag?“ titelt Mag. Peter Braun seine Kritik auf unsere Stellungnahme zum Räumlichen Entwicklungskonzept der Stadt Salzburg, kurz REK, in dem er den Scientists for Future Unwissenschaftlichkeit vorwirft, da das REK von falschen Bevölkerungsprognosen ausgehe. Zudem würden wir weiterer Verbauung von Flächen das Wort reden und Bürgerbeteiligung missachten (Leserbrief SN 13.12.2025). Das kann nicht unwidersprochen bleiben.

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Policy-Briefs zum Thema „Klima & Psychologie“

Die Policy Ultra-Briefs sollen Brücken zwischen Forschung und politischer Praxis schlagen, indem sie wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse kompakt, verständlich und praxisnah aufbereiten. Ein thematischer Schwerpunkt ist Klimaschutz heute, der mit freundlicher Unterstützung des Leibniz-Instituts für Psychologie (ZPID) – online gegangen ist:

Nähere Informationen zum Hintergrund der Initiative sowie zu den Inhalten der ersten Reihe gibt es im Editorial. Weitere thematische Reihen zu gesellschaftlich relevanten Themen sind bereits in Planung.

„Unsere Anliegen richtig kommunizieren und jene ansprechen, die offen dafür sind“ – Aufschlussreicher Workshop mit Payal Parekh

Wie kann man als Team eine erfolgreiche Strategie entwickeln, um sozialen Wandel voranzutreiben? Wie setzt man Kampagnen richtig auf, um mediale Wirksamkeit zu erzielen? Und: Wie gelingt erfolgreiche Mobilisierung? Diese Fragen bearbeitet die Klimaaktivistin und Organisationsberaterin Payal Parekh aus Bern mit Gruppen, die etwas ändern wollen.  In einem vom Arbeitskreis „Klima & Nachhaltigkeit“ des Salzburger Bildungswerks gemeinsam mit Südwind Salzburg, dem Friedensbüro und den Scientists for Future organisierten Workshop mit der Expertin für Organizing ging es speziell darum, wie wir die eigene Bubble verlassen und neue Mitwirkende gewinnen können.

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Stellungnahme der Scientists for Future zum neuen räumlichen Entwicklungskonzept der Stadt Salzburg

Das neue räumliche Entwicklungskonzept (REK) der Stadt Salzburg sieht die Schaffung von mehr Flächen für Wohnraum vor, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken. Neben Wohnraumverdichtung und der Umwidmung von Gewerbeflächen wird auch eine Umwidmungskategorie „mögliches neues Bauland“ (Typ 2) ausgewiesen: Flächen, die aktuell als Grünland gewidmet und dementsprechend unbebaut sind. Dieser Typ beinhaltet Flächen der Grünland-Kategorie „Sonstige Flächen“, sogenannte „Ergänzungsflächen“ gem. REK 2007 sowie potentielle „Tauschflächen“ (zit. nach REK 2025).

Als Begründung wird im REK angeführt:

„Durch diesen einmaligen Tauschvorgang kann sichergestellt werden, dass – aufgrund einer hohen Mobilisierungsrate der quantifizierte Baulandbedarf, insbesondere der für leistbares Wohnen, über den gesamten Planungszeitraum von 25 Jahren gedeckt werden kann (siehe Typ 2 im REKEntwicklungsplan). – mit den hoheitsrechtlichen Verordnungsinstrumenten (insbesondere erstmalige Baulandwidmung samt Neuaufstellung eines Bebauungsplans der Grundstufe) in Verbindung mit der Ermächtigung zu privatwirtschaftlichen Maßnahmen effiziente Steuerungs- und Sicherungsmittel zur Durchsetzung der Planungsabsicht gegeben sind.“ (Siehe dazu auch das Interview von S4F mit Planungsstadträtin Anna Schiester)  

Beim letzten Jour Fixe  haben die Scientists for Future Salzburg die Thematik diskutiert und vereinbart, eine öffentliche Stellungnahme abzugeben:

Naturnahes und leistbartes Wohnen für alle

Salzburg ist ein „Wohnungsmarkt der Extreme“ mit einem außergewöhnlich hohen Preisniveau. Dieses liegt oberhalb der meisten Metropolen wie Wien, Berlin oder Köln. Nur München ist noch teurer. Das zeigt u.a.  eine Studie des Berliner Forschungsinstituts Empirica AG im Auftrag des Landes Salzburg.

Mit dem neuen räumlichen Entwicklungskonzept (REK) der Stadt Salzburg, das am 22. Oktober 2025 zur öffentlichen Auflage beschlossen wurde, sollen Flächen für neuen Wohnraum erschlossen werden. Als Zielwert sind 12.000 neue Wohnungen bis 2040 festgeschrieben. Hierfür ist u. a. ein Tausch zwischen derzeit als Grünland deklarierten Flächen und anderen Flächen vorgesehen – betroffen sind 1 Prozent der Grünlanddeklaration. Schlecht für Verbauung zugängliche Flächen würden ‚Neu-Grünland‘, das Potential für den Wohnbau würde steigen. Seitens von Anrainern und Anrainerinnen von Tauschflächen gibt es nun Proteste gegen diese Umwidmungen, aber auch seitens der angrenzenden Gemeinden Anif und Grödig, die ein verstärktes Verkehrsaufkommen befürchten.

Um die Wohnungskrise der Stadt Salzburg zu lösen, braucht es eine Verdichtung bestehender Flächen, die Nutzung des Leerstands, aber auch den Bau neuer Wohnungen. Die Stadteile im Salzburger Süden weisen mit Abstand die meisten Grünflächen auf. Sie sind also in Bezug auf naturnahes Wohnen gegenüber den sehr dicht verbauten Stadtteilen im Norden wie Lehen oder Liefering stark im Vorteil, auch inBezug auf die Diskussionslautstärke. Aus der Sicht sozialer Fairness unterstützen wird daher die geplanten Flächentausche. Am Beispiel  der neuen Zielgebiete Alpenstraße und Aigen Süd: Berücksichtigt man den Ausbau von Red Bull in Elsbethen, die öffentliche Verkehrsanbindung mit Bus und Bahn (Salzburg Süd), das bereits bestehende Nahversorgungsangebot, die nahräumliche Freizeitqualität, etc., dann machen die beiden südlichen Zielgebiete Sinn. Und: Neuer Wohnraum ist immer mit einem Mobilitätsbedarf verbunden. Aufgabe einer zukunftsweisenden Mobilitätspolitik ist es aber, diesen Bedarf möglichst stark mit dem Umweltverbund, also dem Öffentlichen Verkehr und dem Fahrrad, abzuwickeln.

Univ. Prof. Jens Blechert
Univ. Prof. Andreas Koch
Mag. Hans Holzinger
Scientists for Future Salzburg
5020 Salzburg

Das neue räumliche Entwicklungskonzept der Stadt Salzburg – drei Fragen an Planungsstadträtin Anna Schiester

Salzburg zählt zu den Städten mit den höchsten Wohnungspreisen. Das neue räumliche Entwicklungskonzept (REK) der Stadt Salzburg sieht nun die Schaffung von mehr Flächen für Wohnraum vor, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken. Neben Wohnraumverdichtung und der Umwidmung von Gewerbeflächen sind Flächentausche zwischen bisher als Grünland gewidmeten Arealen und anderen Flächen Teil des Programms. Dies hat zu Protesten der betroffenen Anrainer:innen geführt. Die Schientists for Future Salzburg haben der zuständigen Planungsstadträtin Anna Schiester drei Fragen gestellt, um zur Versachlichung der Debatte beizutragen. Zudem haben sie eine öffentliche Stellungnahme zum Thema abgegeben.

1) Um welche und wie viele Flächen im Salzburger Süden handelt es sich beim diskutierten Flächentausch?

Im REK-Entwurf sind mehrere Bereiche im gesamten Stadtgebiet als „potenzielle Tauschflächen“ ausgewiesen – darunter auch einige im Süden. Dazu zählen Flächen entlang der Apothekerstraße / Heffterhof, Teile des Erdbeerlands (wobei dort bereits im REK 2007 Baulandpotenziale bestanden), ein Bereich entlang der Aignerstraße sowie eine kleinere Fläche in der Redtenpacherstraße. Weitere potenzielle Suchräume liegen in Mayrwies, an der Moosstraße, in Maxglan und in Morzg.

In Summe umfasst diese Kategorie im REK-Entwurf rund 35 Hektar potenziell geeigneter Flächen.

Wichtig ist:

Alle Flächen, die im Rahmen eines Flächentauschs eingebracht werden, müssen qualitativ und quantitativ gleichwertig sein. Die vorgeschlagenen Einbringungsflächen sind meist kleinere, ungünstig gelegene Baulandreste in schwächer erschlossenen Lagen, die nur sehr ineffizient bebaut werden könnten. Durch eine geordnete Entwicklung der Tauschflächen entstehen hingegen rund 20 % öffentliche Grünflächen, sofern die Herausnahmeflächen tatsächlich einer Widmung zugeführt werden. Auf den Baulandflächen selbst kann verdichteter, bodensparender Wohnbau entstehen – eine Voraussetzung für kompakte und leistbare Stadtentwicklung. Für den Bereich des Arbeitens und Wirtschaftens schlagen wir ebenfalls eine flächeneffiziente Strategie vor. 

Aktuell stehen 99 % der Grünlanddeklaration überhaupt nicht zur Diskussion; 1% soll getauscht werden. Insgesamt soll die Deklaration weiterhin 3.600 Hektar umfassen und könnte nach heutigem Stand durch Sicherungen sogar noch größer werden (u.a. In Stadtteilen, die heute wenig Grün ausweisen) 

Insgesamt ist es der engagierte Versuch, aktive Bodenpolitik (gegen die Hortung von Bauland), Bodenschutz, leistbares Wohnen (soziale Gerechtigkeit) und Klimaschutz (ein breiter Fokus im REK) zusammen zu denken und ein Einklang zu bringen 

2) Was ist die Begründung für den Flächentausch?

Der Flächentausch ist ein Instrument, um

• den hohen Bedarf an leistbarem Wohnraum in der Stadt zu decken,

• gleichzeitig den Gesamtumfang des geschützten Grünlands zu erhalten,

• und zusätzlichen Bodenverbrauch zu vermeiden.

In einem Satz:

Ein Flächentausch ermöglicht begrenzte neue Wohnbauflächen, ohne netto zusätzliches Grünland zu verbrauchen – weil an anderer Stelle mindestens gleich viel Grünland dauerhaft gesichert wird, das heute baulich nutzbar wäre. Es handelt sich also um einen „Nullsummen-Mechanismus“.

3) Stehen Nachverdichtung und Leerstandsaktivierung ohnehin im Programm?

Ja, selbstverständlich. Das ist der FOKUS des REK. 

Der klare Schwerpunkt liegt auf Innenentwicklung: 70 % des künftigen Wohnungsbedarfs sollen durch Maßnahmen im Bestand gedeckt werden – durch Nachverdichtung, Leerstandsaktivierung und die Transformation bestehender Gewerbeflächen (etwa in Schallmoos, entlang der Alpenstraße oder anderen Entwicklungsachsen).

Foto: Anna Schiester © Stadt Salzburg/Nico Zuparic

„Wirtschaft im Kontext ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit“ – eine Analyse österreichischer Schulbücher

Wie wird Wirtschaft im Kontext aktueller sozialer Herausforderungen und angesichts planetarer Grenzen in österreichischen Schulbüchern dargestellt? Dieser Frage ging der Wirtschafts- und Sozialgeograf Hans Holzinger in einer soeben erschienenen umfangreichen Studie nach. Die Themenfelder reichen von der Darstellung von Bedürfnissen und dem Ziel von Wirtschaften über die Messung von Wohlstand und Lebensqualität bis hin zu den Herausforderungen durch ökologische Krisen, die zunehmende soziale Ungleichheit und den Grenzen des Wachstums in einer endlichen Welt.

Zusammenfassung und Download

Weiterlesen „„Wirtschaft im Kontext ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit“ – eine Analyse österreichischer Schulbücher“