Das Herbstprogramm 2024 der MethodenAkademie bietet wieder spannende Workshops -jeweils Freitag 14-18 Uhr im Haus der Bildung in der Strubergasse 18. Gestartet wird mit einem Workshop zum Thema „Effektiv zu Klima kommunizieren – wie geht das?“, Freitag, 27. Septmeber 2024.
Zum Inhalt des Workshops
Zunächst muss das Problem verstanden werden, danach können Maßnahmen ergriffen und Lösungen entwickelt werden. Das Klimapuzzle ist ein sehr wirkungsvolles Instrument und bietet eine qualitativ hochwertige Klimabildung an, die für jeden zugänglich ist und innerhalb einer Organisation oder Community schnell umgesetzt werden kann.
Wir setzen uns aktiv mit den wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels auseinander. Die verschiedenen Aspekte des Klimasystems werden dargestellt und wir bauen eine große Visualisierung auf. Dabei verbinden sich die Ereignis-Karten logisch miteinander, um die Ursachen, Mechanismen und Folgen des Klimawandels zu verdeutlichen. Der Workshop fördert nicht nur das Verständnis für die Komplexität des Klimawandels, sondern motiviert auch dazu, über persönliche und kollektive Lösungsansätze nachzudenken. Die Teilnehmenden gehen mit einer starken Bindung zueinander aus dem Workshop und sind gut vorbereitet, um die von ihnen identifizierten Klimamaßnahmen umzusetzen.
Referierende: Felicitas Fiegl ist im Klimabildungsprojekt „DOCK for Change“ tätig und studiert Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der BOKU Wien. Lukas Strasser MSc hat das Studium Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der BOKU Wien absolviert. Beide sind als Moderierende bei „Hallo Klima!“ tätig.
Die MethodenAkademie ist eine Gemeinschaftsproduktion von: Salzburger Bildungswerk, Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Agenda 21 und Bürgerbeteiligung SIR, Dachverband Salzburger Kulturstätten, Referat Kultur und Wissenschaft, Landesverband Salzburger Museen und Sammlungen
Teilnahmebeitrag: Euro 25,-/Euro 15,- (ermäßigt). Die Ermäßigung gilt für Studierende und Geringverdienende. Für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Salzburger Bildungswerkes und der Gemeindeentwicklung sowie Bibliothekarinnen und Bibliothekare der Salzburger Bibliotheken ist die Teilnahme kostenlos. Für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Personen, die am Areal Stadtwerk arbeiten oder wohnen, übernimmt der Verein Stadtwerk die Teilnahmegebühren. Anmeldung bis 3 Tage vor dem Workshop unter Bekanntgabe von Namen und Adresse per E-Mail an office@sbw.salzburg.at. Zahlung in bar beim Workshop. Teilnahme- und Zahlungsbestätigung werden vor
Eine nötige Transformation moderner Industrie- und Konsumgesellschaften, die ihre ökologische Überlebensfähigkeit eingebüßt haben und von einem Krisenmodus zum nächsten schlingern, lässt auf sich warten. Es scheint, als würde sich die Nachhaltigkeitsdebatte auf zwei Maßnahmenkategorien verengen, die angesichts ihrer bisherigen Wirkungslosigkeit einer Öffnung für neue Herangehensweisen bedürfen. Zum einen wird darauf verwiesen, dass es an politischen Rahmenbedingungen mangele, die Anreize für eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise setzen müssten. Zum anderen wird ein problemlösender technischer Wandel beschworen. In beiden Fällen bleibt das Individuum passiv. Seine Rolle beschränkt sich darauf, abzuwarten und auf Veränderungen von außen zu hoffen.
Aber ist diese – wenngleich bequeme und daher attraktive – Verantwortungsübertragung auf Politik und Technologie noch zeitgemäß? Überfällig erscheint es, auf eine Kompetenzerweiterung handelnder Subjekte zu fokussieren, denn ohne deren Lebensstilveränderung sind Auswege aus der aktuellen Nachhaltigkeitsstagnation nicht denkbar. Damit sind die Gestaltung von Lernprozessen und vor allem des Bildungssystems angesprochen. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist zwar seit einiger Zeit in aller Munde – aber auf welche Art des Wandels ist sie gerichtet und was hat sie bislang bewirkt? Die diesjährige Summer-School à la Leopold Kohr möchte Bildungsimpulse aufgreifen, die sich als Befähigung zu einer genügsamen Daseinsform mit hoher Lebensqualität begreifen lassen. Kohr wies schon vor sechs Jahrzehnten darauf hin, dass manche materiellen Güter den Charakter eines Gegenmittels für die Folgen vorherigen Wachstums aufweisen, „deren Besitz unsere Lebensbedingungen nicht verbessert, sondern lediglich verhütet, dass sie schlechter werden. Sie sind wie Aspirintabletten.“ Welcher Lernorte, Bildungsprojekte, aber auch Reformen bedarf es, um genügsam zu wirtschaften und zu leben? Die Summer-School wartet mit instruktiven Beispielen und ausgewiesene Experten auf, um hierüber eine angeregte Diskussion zu entfachen. Niko Paech
BILDUNG FÜR EINE GENÜGSAME LEBENS- UND WIRTSCHAFTSWEISE im Rahmen der 6. Leopold Kohr®-Summerschool Donnerstag, 19. September 2024, 17:00 bis 20:00 Uhr Stieglbrauerei Salzburg, Bräuhausstraße 9, 5020 Salzburg
1. Wie sieht der konkrete geplante Reduktionspfad von Treibhausgas-Emissionen des Landes Salzburg bis 2030 aus? Hat sich dieser gegenüber dem Masterplan Klima+Energie 2030 verändert oder ist der dort vorgestellte Reduktionspfad weiterhin aufrecht?
2. Sollte der Masterplan Klima+Energie 2030 weiterhin als verbindlich von der aktuellen Landesregierung anerkannt werden, welche dort vorgestellten Maßnahmen wurden im ersten Jahr Ihrer Landesregierung umgesetzt?
Die Antwort von Landeshauptmann Wilfried Haslauer und LHStv. Marlene Svazek ist grundsätzlich erfreulich. Sie enthält ein definitives Bekenntnis zum Masterplan Klima+Energie 2030: „…die darin vorgegebenen Zielsetzungen sind nach wie vor aufrecht und verbindlich…“, heißt es im Antwortschreiben. Im Regierungsübereinkommen stand hingegen nur: „In diesem Zusammenhang ist esunser erklärtes Ziel, den Masterplan Klima und Energie 2050 in all seinen Facetten (Erzeugung, Effizienz, Einsparung) umzusetzen“.
„Insgesamt sehen die S4F Salzburg die Antwort als klare Zusage, Salzburgs Klimaziele weiterzuverfolgen, und wir werden die kommenden, gesetzten Schritte zur Erreichung der Ziele aufmerksam verfolgen“, so Sprecher Jens Blechert. Kritisch angemerkt wird aber, dass die Reduktionsziele im Bereich Verkehr mit der Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs allein nicht erreichbar sein werden; es brauche hier auch Maßnahmen zur Lenkung und Einschränkung des Individualverkehrs, die Aufhebung des „Lufthunderters“ weise etwa in die falsche Richtung. E-Mobilität löse nicht alle Probleme, da diese ebenfalls material- und platzintensiv sei, es brauche aber mehr Ladestationen.
Im Bereich Energie werden u.a. mehr Maßnahmen zur Energieeinsparung, etwa durch ein ambitioniertes Programm für thermische Sanierung, die obligatorische Nutzung von Dach- und Fassadenflächen für PV-Anlagen, wo dies technisch möglich ist, sowie die stärkere Förderung von Erneuerbare Energiegemeinschaften gefordert. Gefordert wird auch der rasche Austausch der 20.000 noch bestehenden Ölkessel. Die verbindliche Mitarbeit aller Mitglieder der Landesregierung sowie der Gemeinden bei der Umsetzung der Klimaziele wird ebenfalls eingemahnt.
Die geplante Wiederaufnahme eines Kurzstreckenflugs Wien-Salzburg sehen die S4F Salzburg kritisch, da es umweltfreundliche Alternativen gäbe.
Das Land listet zahlreiche in Arbeit bzw. bereits umgesetzte Maßnahmen auf
Im Brief werden zahlreiche aktuelle Projekte aufgelistet, etwa die Fertigstellung des Biomasseheizkraftwerk Siezenheim 11, das in Bau befindliche Wasserkraftwerk Stegenwald sowie das in Vorplanung befindliche Wasserkraftwerk Golling. Das Windkraft-Projekt Windsfeld stehe kurz vor Projekteinreichung, bei jenem in Lehmberg laufen Windmessungen. Genannt wird weiters der Start der Evaluierung des Förderwesens im Bereich Energie (Photovoltaik), der Start des Flussdialogs im Rahmen des Salzachplans vom Kraftwerk Urstein bis Kraftwerk Lehen; sowie das Energiekostenunterstützungsgesetz. Im Bereich Adaption wird die Renaturierung und Ausweitung der Saalach in Siezenheim sowie der Salzach Masterplan angeführt. Die genannten Maßnahmen im Bereich Mobilität: Ausgliederung des Verkehrsbereichs aus der Salzburg AG; Rückkehr zum 10 Minuten- Takt beim O-Bus; Zweigleisiger Ausbau der Lokalbahn und Anschaffung neuer Zuggarnituren; Wiederaufbau der Pinzgaubahn; der Ausbau der Bahnstrecke Paß Lueg; Fortführung der erfolgreichen Benzinfrei-Tage; Öffi-Freizeitticket um nur 19 Euro für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder; Implementierung von Mikro-ÖV Projekten. Hingewiesen wird auch darauf, dass seit dem Fahrplanwechsel 2023 zusätzliche 2,6 Mio. Öffi-Kilometer erzielt werden konnten.
Zweifel an der Erreichung der Reduktionsziele im Bereich Verkehr
Laut Masterplan ist im Verkehrsbereich eine Halbierung der Emissionen bis 2030 vorgesehen (Basisjahr 2005). Um das zu erreichen, brauche es nicht nur eine Verbesserung des ÖV-Angebots, sondern auch Beschränkungen für den Individualverkehr, so S4F Salzburg. Die Auflassung des IG-L Tempolimits auf der Autobahn sei jedoch ein Beispiel in die entgegengesetzte Richtung gewesen. Eine Politik, die beinahe ausschließlich auf Pull- Maßnahmen setzt (wie sie auch im Masterplan hauptsächlich vorgesehen sind) wird keine nennenswerten Effekte erzielen, so der Mobilitätsexperte Martin Loidl: „Pull-Maßnahmen funktionieren nur im Zusammenspiel mit Push-Maßnahmen, wie unter anderem eine ausgezeichnete schwedische Studie zeigt“.
Die spannende Frage an die Landesregierung bleibe daher, wie sie die angestrebten Reduktionen im Verkehrsbereich, wo die Hauptlast der Reduktion passieren muss, bewerkstelligen möchte. Denn der S-Link wird, wenn er gebaut wird, vor 2030 nichts zur Zielerreichung beitragen können. E-Mobilität werde zwar nicht alle Probleme lösen, doch der Ausbau der Ladestationen sei wichtig: „Bis 2030 braucht Salzburg laut Zahlen des Umweltbundesamtes mehr als 10-mal so viele öffentliche Ladepunkte wie heute“, so der Politologe Markus Gastinger.
Vorschläge von S4F für eine ambitionierte Energiewende
Neben der wirksamen Reduktion der Treibhausgasemissionen im Verkehr sowie den im Schreiben der Landesregierung an die S4F angeführten Energieprojekte hält S4F-Salzburg-Mitglied Franz Kok weitere Maßnahmen zur Erreichung der energiepolitischen Ziele für notwendig:
Deutliche Erhöhung der thermischen Sanierungsrate und -intensität bei bestehenden Gebäuden und obligatorische Nutzung von Dach- und Fassadenflächen für PV-Anlagen, wo dies technisch möglich ist;
stärkere Berücksichtigung verhaltensbezogener und den Wohnbedarf gewichtender Kriterien bei Sanierungen, etwa durch kostenlose Energiesparberatungsangebote oder die Förderung von Sanierungsbegleitungen;
Ausbau aller Sektoren erneuerbarer Energie, besonders im Bereich Photovoltaik, sowie Inbetriebnahme einiger Windenergie-Projekte und PV-Freiflächenanlagen. Eine Biomassestrategie für Hochlagen könne die klimawandelbedingt steigende Waldgrenze als CO2-Speicher und Rohstofflieferant verfügbar machen.
Ein großes Thema bleibt ebenso der Austausch von Ölkesseln, von denen es in Salzburg bis 2030 ganze 26 Tausend weniger geben soll. „Bis Ende 2022 ist man hier erst bei 3700 angelangt. Mehr als 20 Tausend Ölkessel bleiben also noch auszutauschen. Wünschenswert wäre hier von der Landesregierung auch ein konkretes Zwischenziel bis zum Ende der Legislaturperiode, also 2028, an dem sich diese Landesregierung dann auch messen lässt“, so Markus Gastinger.
Einbindung aller Mitglieder der Landesregierung und der Gemeinden
Wichtig sei auch die eindeutige Unterstützung der Maßnahmen zur Erreichung der Etappenziele des Masterplans durch alle Mitglieder der Landesregierung und die verbindliche Einbindung der Gemeinden (Stichwort „Salzburger Nachhaltigkeitsvertrag“). Die Nutzung der Salzburg AG als Infrastrukturbetreiber und Investor für notwendige Energiewendevorhaben im Bereich Energiewirtschaft (dezentrale Speicher) und Mobilität (ÖPNV und erneuerbare Mobilität) müsse dafür mit einem neuen Verantwortungsverständnis der Eigentümer und langfristigen Auftrag abgesichert werden. Endverbrauchernahe und marktkonforme neue Formen der privatwirtschaftlichen und auch gemeinnützigen, sozialen und ökologischen Daseinsvorsorge in Gestalt von Erneuerbare Energie-Gemeinschaften und Gemeinschaftsenergieanlagen auf allen Wohn- und Gewerbegebäuden (auch der gemeinnützigen Wohnbauträger und Hausverwaltungen) sollen genutzt werden, um die kostensenkende Wirkung von PV und Windenergie direkt bei privaten und gewerblichen EndverbraucherInnen ankommen zu lassen.
Kritik der BiodiversitätsexpertInnen von S4F an der Beschneidung der Landesumweltanwaltschaft
Zwei Projekte, der „beschlussreife Gesetzesentwurf zur Verfahrensbeschleunigung bei Projekten der erneuerbaren Energie“ sowie das neu geplante Wasserkraftwerk Golling stoßen aber auch auf Kritik von Naturschutzverbänden sowie den Biodiversitätsexpert_innen der S4F Salzburg Andreas Tribsch und Jana Petermann. Mit der Beschneidung des Salzburger Naturschutzgesetzes und der Landesumweltanwaltschaft könnte die Türe für weitere Eingriffe in Ökosysteme ohne Prüfung und ohne Ausgleichsmaßnahmen geöffnet werden. Die ökologischen Folgen des geplanten Wasserkraftwerks in Golling – etwa die Verknappung des Wassers im Bereich des Salzachdurchbruchs – seien ebenfalls noch zu prüfen.
Im Allgemeinen werden isolierte Klimaschutzmaßnahmen, die nicht gemeinsam und gleichrangig mit dem Biodiversitätsschutz geplant werden, von den Expert_innen sehr kritisch gesehen. Die Klimakrise mit Kompromissen im Naturschutz lösen zu wollen sei eine nicht zeitgemäße Herangehensweise. „Hier braucht es die konkrete Zusammenarbeit zwischen Akteur_innen aus dem Naturschutz, der Wissenschaft, Grundbesitzern und der Landesregierung, um Synergien nutzen und sowohl naturnahe Ökosysteme zu schützen als auch erneuerbare Energien schonend und nachhaltig zu produzieren“, so die Biodiversitätsexpertin Jana Petermann.
Die EU-Renaturierungsverordung hängt noch immer an einem seidenen Faden. Die Scientists for Future Österreich haben daher gemeinsam mit Mitgliedern ihres Fachkollegiums einen dringenden Appell für ein „Ja“ zur Renaturierungsverordnung gestartet.
Die S4F freuen sich, wenn Ihr den Appell zahlreich in eurem Wirkungskreis und den Social Media teilen würdet. Auf X/Twitter findet Ihr hier unseren Post.
Weitere wichtige Initiativen zu den Themen Wiederherstellung der Natur und Biodiversitätsschutz findet Ihr hier:
Einen ausführlichen Überblick über das Thema Wiederherstellung der Natur in Österreich liefert Euch unser Talk for Future vom 4. Juni. Die Aufzeichnung findet Ihr auf unserem Blog Talk4Future!
Rund sechs Monaten hat es gedauert, alle knapp 2.100 Webseiten der österreichischen Gemeinden nach Klima-Seiten zu durchforsten, berichtet Norbert Porsche-Ully von „Unsere Klimapolitik“. Dabei konnte er feststellen, dass zwar etliche Gemeinden diverse Klimaaktivitäten setzen oder bei Programmen wie e5, KEM oder KLAR! teilnehmen, aber auf ihrer Gemeinde-Homepage kaum bis gar nicht darüber berichten.
Angesichts des Hochwassers in Süddeutschland und dem Starkregen sowie den aktuell hohen Pegelständen in Teilen Österreichs erneuern Mitglieder der „Scientists For Future“-Bewegung ihre Kritik an der weiter unklaren Haltung der Politik zum EU-Renaturierungsgesetz: „Die derzeitigen Hochwässer zeigen erneut, wie wichtig es wäre, dass die EU-Renaturierungs-Richtlinie rasch umgesetzt wird“, so etwa Günter Langergraber von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien am Dienstag.